Epochenfest 2014

Auch in diesem Jahr an Pfingsten haben die Friends of Scotland Region Aachen e.V. wieder ihr Lager auf dem jährlichen Epochenfest im Brückenkopf Park in Jülich aufgeschlagen. Doch dieses Jahr war etwas Besonderes, denn das Epochenfest öffnete aufgrund seines zehnjährigen Bestehens die Pforten für 3 statt 2 Tage. Auch wenn es erst am Pfingstsamstag die Türen für die Besucher öffnete ging es für uns schon am Mittwochabend los. Wir durften dieses Jahr bereits einen Tag früher unser Lager aufschlagen und diese Möglichkeit ließen wir uns nicht entgehen. Am Donnerstag kamen dann noch weitere Zelte und Gruppen dazu und ab Freitag waren wir dann fast komplett. Sogar unser Chieftain ist wieder aus Newcastle angereist um mit uns zu lagern. Dieses Jahr hatten wir ein schönes großes Lager mit Zehn Zelten. Eines dieser Zelte war unser Küchenzelt. Wir sind sehr stolz auf unser Küchenzelt, da wir es in mehreren Wochenendworkshops komplett selber genäht haben.

An den Besuchertagen haben wir jeden Tag um 15 Uhr für interessierte eine Modenschau mit anschließendem Schaukampf abgehalten. Dies haben wir zusammen mit unseren Freunden vom Clan McConn gemacht, die wie letztes Jahr mit uns gelagert haben. Die Modenschau zeigte eindrucksvoll wie sich die Schotten in den verschieden Epochen gekleidet und bewaffnet hatten. Wir stellten folgende Zeiträume dar: 13., 16., 18., und 21. Jahrhundert. Dazu hatten wir das Glück bei den meisten Zeiten Männer sowie Frauen darstellen zu können. Eine Besonderheit dieses Jahr war, dass unser Chief sich der unrühmlichen Aufgabe annahm einen Engländer darzustellen. Er war zwar zu diesen Zeiten nicht der Beliebteste auf der Bühne aber das hat definitiv Respekt verdient. Vor allem, weil er die gesamte Gewandung selber genäht hat.

Nach der Modenschau haben einige unserer Mitglieder zusammen mit den McConns verschiedene Schaukampf Disziplinen vorgeführt. Es wurde nicht nur mit dem Basket Hilt (Schottisches Breitschwert) sondern auch mit dem Claymore und anderen Waffen um den Sieg gekämpft. Dazu hat Tim mit seiner Muskete für den knallenden Abschluss gesorgt.

Natürlich hatten wir auch einen Piper dabei, der uns und unseren Besuchern mit schönsten Klängen die Sehnsucht nach Schottland in die Herzen trieb.

Wenn wir gerade keine Show gemacht haben, haben wir das Lagerleben eines Multiepochalen Lagers dargestellt. Das heißt so viel wie, dass wir die Besucher einluden sich mit uns, über uns und über Schottland zu unterhalten. Wir haben zu diesen Gelegenheiten auch die Zeit gehabt näher auf die einzelnen Epochen, Waffen und Gepflogenheiten einzugehen.

Natürlich haben wir auch wie es sich gehört über dem Feuer gekocht und das war dieses Jahr eine wahre Freude, denn unser Treasurer Andreas hat sich die Arbeit gemacht und uns eine wundervolle Lagerküche gebaut. Und über diese Küche hat sich am meisten unser Koch Tijl gefreut, der dadurch in drei Töpfen gleichzeitig direkt nebeneinander Kochen konnte. Doch das Beste an der Küche war, dass wir die Möglichkeit hatten ein Spanferkel darauf zu rösten. Wir haben die Möglichkeit genutzt und am Samstagmorgen das Ferkel beim Metzger geholt und dann den ganzen Tag per Hand gedreht. Wir haben uns natürlich alle abgewechselt. An den anderen Tagen hat uns unser Koch mit einen tollen Stew (Sonntag) und Haggis Neeps and Tatties (Montag) verwöhnt. Und die Neeps (schottische Rüben) hat er extra aus Newcastle mitgebracht. Auch das Frühstück war am Sonntag etwas Besonderes, denn statt dem geplanten Eiern und Speck gab es mit noch ein paar mehr Zutaten ein British Breakfast.

Natürlich bestand unser Wochenende nicht nur aus Essen und Kämpfen. Wir haben uns sehr gefreut auch unsere Freunde aus den anderen Lagern wieder zu treffen. Und wir haben uns wieder sehr darüber gefreut mit unseren Freunden von den WK2 Amerikanern in derselben Parzelle zu lagern. Seit dem wir das erste Mal auf dem Epochenfest lagerten verbindet uns eine tolle Freundschaft mit unseren Amis. Das kam wahrscheinlich daher das Tijl bisher jedes Jahr erfolglos versuchte eben diese einzunehmen. Naja um ehrlich zu sein ist es nicht sehr Erfolgsversprechen, aber leider schon irgendwie schottisch, alleine mit einem Schwert gegen dreißig Mann in deren eigenem Lager anzustürmen. Aber in diesem Jahr sollte es anders laufen, denn Tijl wollte es dies Jahr gar nicht erst versuchen. Er hat nur den Landsknechten von Köln von den Fehlschlägen erzählt. Doch die Reaktion die er bekam hatte er nicht erwartet: „Super wir sind dabei! Wann machen wir das?“. Das Ganze hat sich dann mehr oder weniger zum Selbstläufer entwickelt und am Ende haben sieben Lager Kämpfer geschickt. Wir haben die Aktion auf Sonntagmorgen um 9 Uhr gelegt. Gesammelt haben wir uns bei den Landsknechten und unser Chief Tim hat die Schlachtführung übernommen. Der Plan war einfach wie brillant. Wir haben uns aufgeteilt in zwei Gruppen. Die Stärkere Gruppe sollte von vorne mit ca. 20 Mann einfallen und die kleinere mit ca. 10 Mann von hinten. Unsere Freunde von den Landsknechten marschierten mit Fanfaren vor dem Lager vorbei. Als Tim dann mit seiner Muskete den Angriff durch einen Schuss einleitete, fielen wir von beiden Seiten schreiend und Schwerter schwingend ein. Wir haben unbewusst genau den richtigen Moment gewählt, denn bei den Amis machte man sich gerade auf das Frühstück zu beginnen und niemand hatte die Möglichkeit Widerstand zu leisten. Standesgerecht hat Tim als unser Chief dann noch das Land mit diesen wohlgewählten Worten eingenommen: „I’ll take this land for my people!“ (Ich nehme dieses Land für mein Volk ein).

Die Nacht zum Montag selber war nicht die Angenehmste, die wir auf einem Epochenfest erlebt hatten. Durch eine Unwetterzelle hatten einige von uns ein paar aufregende Minuten, da wir das Lager binnen kürzester Zeit Wetterfest kriegen und die Sonnensegel umlegen mussten. Vielen Dank noch mal an alle Helfer.

Am Montagabend mussten die meisten von uns leider schon wieder einpacken und den Heimweg antreten, doch ein paar von uns blieben noch dort und wollten erst am Dienstag abbauen. Doch dann kam das Große Pfingstunwetter und hat alle auf dem Platz überrascht. Unsere Mitglieder konnten sich zum Glück noch in die Autos retten und waren von den Bäumen weit genug entfernt. Uns allen ist nicht passiert und auf dem Gesamten Platz gab es nur wenige verletzte und davon zum Glück keiner schwer. Dafür hat das Material im Ganzen doch ein wenig mehr abbekommen. In einigen Lagern stand nichts mehr an seinem Platz. Auch unser Küchenzelt hat jetzt zwei kleine Risse, aber das ist zum Glück leicht und schnell zu reparieren.

Im Großen und Ganzen haben wir uns sehr gefreut, dass wir dieses Jahr wieder dabei sein konnten und freuen uns schon auf das Epochenfest 2015. Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns besucht haben und natürlich auch bei unseren Lagerteilnehmer die uns dieses tolle Wochenende beschert haben.

Barbarossa-Spectaculum Würzburg

Am Wochenende , 09.05.2014 – 11.05.2014, fand das Barbarossa-Spectaculum auf der Festung Marienberg in Würzburg. Einige Mitglieder der Friends of Scotland waren samstags als Tagesgäste dort unterwegs.
Die Festung liegt etwa 100 Meter oberhalb des Mains auf einer Bergzunge und bietet einen sehr schönen Ausblick über Würzburg. Von 1253 bis 1719 war die Festung die Residenz der Bischöfe in Würzburg. Die Festung war auch Drehort für die neuere Verfilmung von „Die Drei Musketiere“.

Am Freitag haben wir uns gegen Mittag unsere Klamotten geschnappt und sind losgefahren. Da Kai und seine Freundin Michaela in Kitzingen leben und das nur ca. 20 km südlich von Würzburg entfernt ist, haben sie uns angeboten bei Ihnen zu Übernachten. (An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an die riesige Gastfreundschaft der beiden. Wir werden uns bestimmt irgendwann revanchieren können.) Deshalb ging unsere Reise dann erst einmal nach Kitzingen.
Da wir von der relativ langen Fahrt sehr hungrig waren, sind wir am Abend alle gemeinsam zum Abendessen ins American Dinner „Mr. Sandman“ gefahren. Da die Gegend um Würzburg sehr weitläufig ist, mussten wir dazu ins 17 km entfernte Volkach fahren. Aber die Fahrt lohnt sich alle Mal. Die Burger, die das „Mr. Sandman“ verkauft, sind nicht nur riesig sondern auch super lecker. Zudem servieren sie dort auch sehr gute Milchshakes.
Nachdem wir dann gesättigt waren, sind wir zurück nach Kitzingen gefahren, wo ein paar von uns noch in Kais Garten ein Bierchen genossen haben, bevor dann alle schlafen gegangen sind.

Samstag sind wir gegen 12 Uhr Richtung Würzburg aufgebrochen, nachdem wir erst einmal alle gemeinsam ausgiebig gefrühstückt haben. Kai und Michaela hatten nämlich für uns alle Brötchen besorgt und Kaffee und Tee vorbereitet.
Das Spectaculum befand sich nicht im Burghof selber, sondern auf dem Gelände um die Festung herum. Ein Vorteil war vor allem, dass es einen relativ großen Parkplatz innerhalb der Festungsmauern unterhalb der Burg gibt. So konnten wir einige unserer Sachen einfach im Auto lassen und immer wieder zum Auto gehen, wenn wir etwas daraus brauchten. Das erwies sich vor allem als sehr nützlich, weil das Wetter leider nicht mitspielte und es den ganzen Tag regnete.
Der mittelalterliche Markt war nicht sehr groß, aber trotzdem reichlich bestückt mit kleineren Händlern, die Lagerbedarf, Kleidung und Bögen anboten. Das Angebot an Essen war hervorragend. Man konnte die unterschiedlichsten Dinge von Knoblauchbrot über Crêpes bis zu Wildschweinwürste genießen. Und natürlich gab es einige Schenken, die nicht nur Whisky sondern auch Ale und Cider anboten.

Die Highlights des Barbarossa-Spectaculums waren das Ritterturnier am Nachmittag und die Abendshow. Beides wurde von den Veythaler Ritterschaft veranstaltet.
Das Ritterturnier war trotz des starken Regens gut besucht und die beteiligten waren sehr engagiert eine gute Show zu liefern. Es gab verschiedene Disziplinen, vom Lanzenstechen bis zum Tjosten.
Da wir nach dem Ritterturnier sehr durchnässt waren, hat Michaela, die Freundin von Kai, einige von uns mit trockenen Klamotten und warmen Schuhen versorgt. So konnten wir, warm und nicht mehr so nass, noch an der Abendshow teilnehmen.
Auch während der Abendveranstaltung „Historica“ regnete es und leider war diese dann auch nicht mehr so gut besucht. In der Show ging es um die Rolle des Pferdes in der Geschichte der Menschheit – von der Frühzeit bis ins Mittelalter. Die musikalische Unterstützung war sehr gut. Trotz einiger kämpferischen Elemente war die Show an sich nicht sehr actionreich, was wohl eher am Thema lag.
Nach Ende der Veranstaltung machten wir uns dann auf den Heimweg, da mittlerweile alle so durchnässt waren, dass uns kalt wurde. Wieder in Kitzingen angekommen, versorgte Michaela uns mit warmen Tee und Kai versorgte uns mit Whisky :-)

Am Sonntagmorgen wurde erst einmal ausgeschlafen. Bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten, frühstückten wir erst einmal ein letztes Mal gemeinsam. Dann packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg.

Alles in allem war das Wochenende sehr schön und lustig, trotz des Regens. Das Barbarossa-Spectaculum ist vor allem dann empfehlenswert, wenn man sowieso einmal nach Würzburg möchte.