Epochenfest in Jülich am 27.05. und 28.05.2012

Dieses Jahr über Pfingsten waren die Friends of Scotland Region Aachen e.V. als Lagergruppe auf dem Epochenfest in Jülich. Die Möglichkeit zum Aufbauen bot sich allerdings schon am 25ten. Leider konnten nicht schon alle am Freitag anreisen, aber eine gute Aufbautruppe ist schon mal vorgefahren und hat das gesamte Lager aufgebaut. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn ich gehörte zu denen, die nicht mit aufbauen konnten. Dafür also nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Helfer. Samstagmittag bin ich schließlich auch angereist und das Team war dann komplett.
4Es bot sich uns ein spitzen Wetter. Helle Sonne erfreute unsere Gemüter und die benachbarten Lagergruppen waren alle super nett und freundlich. Einem guten Wochenende stand also nichts mehr im Wege. Wir trafen noch ein paar kurze Absprachen über die zwei folgenden Tage. Allen voran, was wir auf der angekündigten Modenschau präsentieren wollen. Nachdem das organisatorische geklärt war, stürzten wir uns in Lagerleben. Wir bereiteten ein fürstliches Irish Stew zu, und aßen alle gemeinsam zu Abend. Nach einem kurzen gemeinsamen Spaziergang durch den Park packte ich meine Gitarre aus und spielte was mir grade in den Kopf kam. Es war toll. Alle sangen mit und die Stunden gingen schneller vorbei als erwartet. Einige Leute vom benachbarten Lager gesellten sich noch dazu. Gegen 22:30 Uhr hörten wir ein Akkordeon aus einem entfernteren Lager und dachten uns, dass wir dort doch einfach mal KURZ vorbei schauen können. Verdammt, Piraten. Da müssen wir vorsichtig sein dachten wir, sonst werden wir noch an den Füßen auf gehangen. Doch man hatte uns schon gesichtet. Was machen wir also? Wegrennen? Uns stellen? Wir hatten keine Waffen dabei außer meine Gitarre und diese ist nun wahrlich nicht für einen Kampf gegen einen Haufen Piraten geeignet. Der Chief entschied. Wir stellen uns! Und was passierte? Es wurde ein mehrstündiger Aufenthalt mit Musik, Spaß, guten Getränken und vielen netten Leuten. Piraten sind eben doch genau so gastfreundlich wie wir Schotten. Die einzige Frage die sich wie immer stellte war: „Wieso ist der Rum eigentlich immer alle?“ Tief in der Nacht bedankten wir uns für die Gastfreundschaft und stolperten weiter ins nächste Lager. Wenn ein Schotte einmal in Feierlaune ist, kriegst du ihn so schnell nichtmehr kaputt. Also weiter ging’s. Allerdings auch nicht mehr sonderlich lange. Wir tranken ein bis zwei Bier und verließen das freundliche Lager wieder, da die Bewohner mindestens so müde waren wie wir. Die Devise war jetzt nur noch: Ab ins Bett!
1D3er erste Tag ward erfolgreich überstanden. Wenn auch bei dem ein oder anderen ein paar Kopfschmerzen blieben so hat es doch sehr viel Spaß gemacht. Aber weiter geht’s. Keine Müdigkeit vorschützen. Da ich ja ein spitzen Frühaufsteher bin *hust* trat meine Freundin mich um 9:30 Uhr aus den Federn um rechtzeitig zum Besuchereinlass fit zu sein. Also ab in die Klamotten. Ich stellte einen Schotten vom ca. 13. Jahrhundert dar. Unser Chieftain war da schon etwas moderner und mimte einen Jakobiter von 1745. Ganz modern kam unser Chief daher mit dem Formel Dress des 21. Jahrhunderts. Die Mädels, die dabei waren wechselten durchaus mal die Epoche vom 17. Jahrhundert zum 21. Jahrhundert. Auf diese Weise konnten wir den Zuschauern eine große Bandbreite an Epochen Schottlands präsentieren. Und so stellten wir uns auch auf der Bühne zur Modenschau auf.

2Zum Nachmittag hin eröffnete uns unser Chief, dass er die Amerikaner aus dem 2. Weltkrieg zum Tauziehen herausgefordert hat. Na super, dachten wir. Aber wie kam es zur Herausforderung? Unser Chief kam auf die glorreiche Idee das Lager der Amerikaner zu stürmen und zu erobern. Natürlich fast im Alleingang. Nur mit Schwert und Schild bewaffnet rannte er in das Lager der Kriegsveteranen. „I TAKE THIS LAND FOR MY PEOPLE!“, schrie er. Unbeeindruckt davon kam nur ein „Ehm….Nö!“ zurück. Und dann passierte es. „OK Heute Abend Tauziehen! Wir machen euch Fertig“. Na super. Der Chief hat eine große Klappe und wir müssen es ausbaden. Aber den Amerikanern erging es mit ihrem Sergeant nicht anders. „TAUZIEHEN UM 1900“ teilte er seinem Squad mit und nahm die Herausforderung an. Da es uns ein wenig an Mannen fehlte, eilten uns zwei weitere aus befreundeten Lagern zur Hilfe.
„19 Uhr! Alle Mann Rüber ins Amilager! Jetzt geht’s los!“, befahl unser Chief. Kurz zuvor hatten wir uns alle in unseren Vereinstartan geschmissen um auch einheitlich auf zu treten. Blanke Angst stand in den Gesichtern des Amerikaners der den SOS Funkspruch an seine Kameraden absetzte: „We need Help! We have about 15 Scot´s here. We need support! Fast! Over.“ Nach kurzer Zeit kamen sie. Fünf Mann wurden von dem Sergeant freiwillig dazu befohlen gegen uns an zu treten. Ab auf die Wiese. Unparteiische Römer stellten sich als Schiedsrichter zur Verfügung. Nach kurzer Absprache ging es dann auch schon los. Mit gleichmäßigen Zügen und unter dem Kommando unseres Chiefs führten wir unsere Mannschaft zum ersten Teilsieg. 1:0 für uns. Das hat der Mannschaft sehr gut getan, denn die zweite Runde wurde, wie sich heraus stellte wesentlich härter. Die Amerikaner hatten sich unsere Technik zu eigen gemacht und zogen nun auch gemeinsam in kräftigen Intervallen. Sie rissen mich sogar kurzfristig von den Beinen und die zweite Runde schien schon fast für uns verloren, als wir überraschend durch bessere Ausdauer gewannen. 2:0 also für die Friends of Scotland. Nach gegenseitigem Händeschütteln gab es noch ein von uns gesponsertes Bier für alle Teilnehmer und Freunde des Lagers. J Natürlich wurde vom Sergeant sofort eine Revanche für das nächste Jahr gefordert, der wir auch mit Sicherheit nachgehen werden. Nach diesem schönen Tag gab es Haggis zum Abendessen. Was ich besonders toll fand, dass wir einige Gäste hatten, die auch mal Haggis probiert haben. Doch bevor wir alle aßen trug unser Chieftain noch das „Tae the Haggis“ vor. Eine Ode an diese leckere Speise. Wir genossen das fürstliche Essen und machten uns dann sogleich wieder an unsere Instrumente. Dazu gesellte sich ein sehr guter Cajonspieler, namens Pascal. Er lud uns in sein Lager ein. Dort verbrachten wir einige Stunden bei Musik, Tanz und Getränken. Doch auch dieser Abend nahm ein Ende und wir ließen, mal wieder sehr spät, die Nachtruhe einkehren.
Am Montag wachte ich mit dem mir schon bekannten Tritt meiner Freundin auf und es ging weiter. Wirklich etwas besonders ist am Montag nicht passiert. Wir hatten viele Interessenten und Gäste, denen wir einige Fragen beantwortet haben. An der Modenschau nahmen wir auch wieder teil. Und so verstrich der Tag. Abends stieß dann überraschenderweise noch ein Mitglied der Friends of Scotland zu uns. Er hatte seinen Urlaub extra früher abgebrochen um zumindest am Montagabend noch dabei sein zu können. Unser- und das Nachbarlager stellten die Tische in der Mitte zusammen und luden alle noch verbliebenen Freunde und Bekannte ein, den letzten Abend des Epochenfestes mit uns zu verbringen. Überraschend war für einen neu gewonnenen Freund, Olli, dass wir damit in seinen Geburtstag rein gefeiert haben. Es gab Kuchen, reichlich zu trinken und natürlich viel Musik und gute Laune.
Am nächsten Tag bauten wir in aller Ruhe ab und fuhren wieder zurück in die Zivilisation.

Es war ein spitzen Wochenende. Wir haben viele neue Freunde gewonnen und viele tolle Leute kennen gelernt. Ein besserer Lagerauftakt für die Friends of Scotland kann man sich kaum vorstellen.

Vielen Dank an alle die geholfen haben. An die fleißigen Aufbauer, die Organisatoren, die Fahrer, die Köche, die Spüler, den Einkäufern und an alle die ich jetzt vergessen habe.

Ich freue mich schon auf das nächste Lager.

Beannachd leat!