Ein verdammt langer Artikel, Teil 3

Am Mittwoch (01.04.2015) haben wir uns zur Dalwhinnie Distillery aufgemacht. Dies ist die Höchstgelegenste Destillerie Schottlands. Jede Distillery hat hier irgendwas anscheinend. Durch die Höhe ist die Jahresdurchschnitts Temperatur 6 C°. Nach der Tour ging es dann weiter nach Pitlochry. Dort gibt es ein herrliches kleines Kaffee mit fabelhaften Scones und herrlichen Kuchen. Natürlich mussten wir wieder einkehren. Falls ihr jemals in der Nähe seid Hetties Tearoom ist einen Besuch wert. Eine Interessante Sache war dieses Mal, dass sie jetzt kleine Geräte auf den Tischen haben, mit denen man die Bedienung rufen kann. Auch kann man signalisieren, dass man nicht gestört werden oder bezahlen will. Ein weiteres Unikum ist, dass keine Tasse, Untertasse oder Teekanne vom Muster her zusammen passt. In Pitlochry selber gibt es natürlich auch eine Distillery, Blair Atholl. Dort sind wir auch vorbei gefahren doch haben wir uns nur im Shop aufgehalten, denn zu derzeit wurde dort renoviert und nicht produziert. Der nächste Punkt auf der Liste war dann die Royal Lochnagar Distillery. Um dahin zukommen mussten wir über den Pass von Glen Shee. Ach war das schön. Wir haben uns langsam die Berge hochgearbeitet und waren ganz plötzlich über der Schneegrenze und alles war weiß. Schön. Wir haben dabei auch Braemar passiert und sind auch schon an unserem Quartier für die Nacht, der Jugendherberge, vorbei gekommen. Doch erst mal ging es weiter zu Royal Lochnagar. Das liegt direkt neben Balmoral Castle, dem Highland Sitz der Queen. Im Jahre 1848 hat Queen Victoria die Distillery besichtigt und hat dem Whisky ihr Royales Siegel verliehen. Seit dem wurde aus Lochnagar dann Royal Lochnagar. Jahrelang wurde im geheimen für Elisabeth II eine spezielle 15 jährige Abfüllung hergestellt, die es nicht zu kaufen gibt. Bei Royal Lochnagar gibt es ein Warehouse für Schulungen gefüllt mit Fässern aus allen Diageo Destillerien. Man kann auch eine Spezial Tour buchen und zwei der Fässer verköstigen. Leider wusste ich das vorher nicht und man muss sich mindestens eine Woche vorher anmelden. Dort lag ein Lagavulin Sherry Cask gefüllt 1993. Er roch so gut aber ich durfte nicht probieren. Dann ging es erstmal wieder zurück nach Braemar. Eins muss ich euch sagen das Dorf ist so tot. Da möchte man nicht mal tot überm Zaun hängen. Wunderschön, aber leider nichts los. Wer Ruhe sucht ist dort perfekt aufgehoben.

Am Donnerstag (02.04.2015) ging es dann los zur Cragganmore Distillery. Das ist eine Speyside Distillery und davon gibt es in der Speyside unwahrscheinlich viele, teilweise direkt nebeneinander. Nach Cragganmore sind wir hauptsächlich auf Single Track Roads gefahren. Ach war das herrlich. Viel besser als dieses langweiligen Autobahnen, ausser wenn diese verdammten Touristenvor einem sind, die vor jeder noch so schwachen Biegung auf null runter Bremsen. Aber ich bin ja auch Islay trainiert. Ich sage immer: Wer auf Islay fahren kann der kommt in ganz Schottland spielend zurecht. In Cragganmore wurden wir dann vom ehemaligen Operations Manager von Cardhu rumgeführt, was natürlich eine ganz andere Qualität der Informationen ausmachte. Da alle Teilnehmer der Tour bereits mehrere Brennereien besichtigt hatten hat er sich nicht mit den Standards aufgehalten sondern und nur Spezial Infos gegeben. So habe ich erfahren, dass bei der Fermentierung die Schaum Entwicklung manchmal zu stark ist und deshalb in die Fermentierungsbottiche ein halber Liter reine Seife gekippt wird. Normalerweise wird der Schaum durch ein rotierenden Propeller einfach zerschlagen, doch falls mal der Strom ausfällt ist das erste was der Brennmeister macht: Er rennt zu den Gärbottichen und kippt Seife rein, denn ansonsten wird der gesamte Raum mit Schaum geflutet. Nach Cragganmore ging es zu Cardhu. Nach der Tour haben wir drei Whiskies zum Probieren bekommen. Früher fand ich Cardhu sehr schmackhaft, aber die drei fand ich alle ziemlich enttäuschend. Ich muss gestehen ich war ganz froh, dass das auch die letzte Distillery auf dem Plan war, denn nach der Zehnten wird es doch ein wenig langweilig. Wir haben uns dieses Mal auf die Diageo Brennereien konzentriert, da wir durch den Friends auf Classic Malt Stempel Pass überall Gratis eintritt bekamen und wenn man alle zwölf besucht hat eine Quaich bekommt. Man kann sich umsonst bei den Friends of Classic Malt anmelden und mit der Registrierungsemail bekommt man bei der ersten Distillery dann auch seinen Pass und den ersten Stempel. Von den zwölf fehlen mir insgesamt nur noch zwei. Laphroaig und Kilchoman gehören nicht zu Diageo. Einige Brennereien schenken einem jetzt auch ein Glas als Souvenir. Ich habe jetzt Gläser von: Lagavulin, Caol Ila, Laphroaig, Oban, Dalwhinnie und Cardhu. Nun aber zurück zum Trip. Nach Cardhu wussten wir nicht was wir tun sollten wir hatten auch noch keine Unterkunft für die Nacht gebucht. Zuerst sind wir nach Aberlour gefahren. Wieder über Single Tracks, herrlich. In Aberlour selber war nicht viel außer der Walkers Shortbread Factory und in deren Werksverkauf haben wir uns gut eingedeckt. Danach sind wir über einige Nebenstraßen ohne direktes Ziel Richtung Süden gefahren. Nach einigen Überlegungen sind wir nach Braemar zurückgekehrt wo die Jugendherberge noch ein Zimmer für uns hatte. Schon am Abend vorher hatten wir zwei Junge Männer aus Hamburg dort kennen gelernt. Echt top die zwei. Mit denen habe ich dann in der Lounge noch ein Bierchen getrunken.

Am Freitag (03.04.2015) haben wir uns einen Tag früher als geplant auf den Rückweg nach Edinburgh gemacht. Aber wir hatten keine Idee was wir noch in den Highlands machen sollten und auf Whisky Brennereien hatten wir keine Lust mehr. Wir haben noch einen Abstecher nach Dundee gemacht. Ganz nett aber auch kein Killer. Lukas und Svea haben uns freundlicher Weise Ihre Wohnung zur Verfügung gestellt da sie selber noch unterwegs waren. Die letzten beiden Tage haben wir dann noch Edinburgh unsicher gemacht.

Am Sonntag habe ich dann meine Mutter vormittags zum Flughafen gebracht und bin selber noch mal in die Stadt zurückgekehrt. Um 18:30 bin ich dann selber mit dem Zug nach Hause gefahren. Zum Glück war Montag frei und ich konnte mich gut entspannen und Wäsche waschen.