Ein verdammt langer Artikel, Teil 2

Am Montag (30.03.2015) haben wir die Jugendherberge verlassen, da wir am Abend zurück aufs Festland fuhren. Doch vorher ging unsere Whisky Mission weiter. Als erstes fuhren wir zu Kilchoman. Das ist die derzeit neueste Destillerie auf Islay und die mit der zweitkleinsten Produktionsmenge nach Edradour. Da wir zu früh da waren sind wir ein wenig weiter zur Bucht Machir Bay gefahren. Trotz des stürmischen Wetters war es schön dort. Das einzigartige an Kilchoman ist, dass sie versuchen fast alles von der Insel zu benutzen. Das gelingt ihnen nicht gänzlich, aber sie bieten zum Beispiel den 100% Islay an. Das ist ein Whisky für den die gesamte Gerste auf Islay geerntet worden ist. In den anderen ist auch importierte Gerste drin. Kilchoman plant sich bald mit zwei weiteren Wash Backs (Fermentierungs Behälter) zu vergrößern umso die Jahresproduktion um 30000 Liter auf ca. 180000 Liter im Jahr zu steigern.

Danach ging es zum Islay Square. Das ist ein Gebiet in Bridge End in dem sich einige Kleine Händler niedergelassen haben. Der Plan war das zu einem vibrierenden Marktflecken zu beleben, aber leider ist da nichts draus geworden. Die meisten Gebäude stehen leider leer. Am besten geht es wahrscheinlich der einzigen Brauerei der Insel Islay Ales. Dort gab es auch mal eine Pralinen Manufaktur, Islay Chocolates, aber auch die hat leider nicht überlebt. Die Caramel Meersalz Trüffel in Milchschokolade waren der Traum. Bei Islay Ales habe ich mir zwei Flaschen Bier gekauft die mit getorfter Kilchoman Gerste gemacht wurden. Mhhh ich mag getorftes Bier. Weiter ging es dann nach Bowmore, der Hauptstadt der Insel. Dort gibt es ein keltisches Kaufhaus mit einem kleinen Café. Guter Kuchen und leckerer Kaffee. Dort erhielt ich dann einen Anruf von der Fährgesellschaft, dass unser Schiff wegen einer Wetterwarnung um eine Stunde vorverlegt wurde. Zum Abschluss unseres Islay Besuchs fuhren wir zur Laphroaig Distillery. Das tolle ist hier wird noch ein Teil der Gerste selbst gemälzt und wir durften in den Kiln (Rauchkammer) und ein wenig im Torfrauch stehen. Jami. Ich durfte sogar ein wenig Torf ins Feuer schaufeln. (Wie Kai kommentierte: Die Touristen freuen sich sogar wenn sie umsonst arbeiten dürfen). Ich war sehr überrascht, dass wir dieses Mal mehr als nur einen Whisky probieren durften, denn beim letzten Mal hat man mich sehr unfreundlich abgewiegelt als ich fragte ob man noch andere probieren könne. Nach dem Tasting mussten wir uns auch schon nach Port Ellen zur Fähre begeben. Übernachtet haben wir dann im Kilmartin Hotel. Ein kleines Zweistraßen Dorf auf dem Weg nach Oban.

Am Dienstag (31.03.2015) sind wir dann nach Oban um uns die Oban Distillery anzuschauen. Dies ist die Drittkleinste Destillerie des Landes. Ich hatte schon mal versucht diese zu besichtigen, doch es wurde mir verwehrt, weil die Führung bereits voll besetzt war. Dieses Mal kam ich also rein und es war wie bei den anderen auch. Das Problem ist der Ablauf ist immer gleich nur Details ändern sich. Etwas Besonderes hier war, dass wir in einem Warehouse einen 11 jährigen direkt aus dem Fass kosten durften. Danach bekamen wir noch den Standard 14 jährigen zum Ende der Führung. Oban an und für sich mag ja ein nettes Städtchen sein aber ich empfinde es als grandios langweilig. Der Hauptgrund für die Größe ist wahrscheinlich der Bedeutung als Fischerei- und Fährhafen geschuldet. In Oban haben wir auch noch kurz Lukas, Svea und Ihre Familie getroffen. Zufälle gibt’s. Bis auf unser Hotel für den Abend hatten wir nichts weiter geplant und so sind wir ins Tourist Office gegangen um uns inspirieren zu lassen. Dort hat meine Mum einen Flyer über das Pumpspeicherkraftwerk Cruachan gefunden. Da sich nicht besseres fand sind wir hingefahren und haben die Tour mit gemacht. Eine sehr interessante Führung war das. Das ist ein Kraftwerk das dazu da ist um auf spontane Stromschwankungen zu reagieren. Um Hochzufahren auf Vollleistung brauchen die gerade mal 2 Minuten und aus Standby sogar nur 38 Sekunden. Nach dieser sehr interessanten Tour unter Tage haben wir uns eine landschaftlich wertvolle Route durch das Glen Coe zu unserem Hotel ausgesucht. Glen Coe hat eine sehr traurige Geschichte, denn hier haben Schotten auf Befehl der Engländer andere Schotten abgeschlachtet. Das Ganze ist unter Massacre of Glen Coe bekannt. Im Glen Coe fing es dann auch an zu schneien. Somit bekam ich auch meine erste Schneefahrt. Juhu. De Schnee fügte sich gut in die Landschaft ein und ich muss sagen lieber Schnee als Regen. Am Frühen Abend gelangten wir nach Newtonmore und zu unserer Bleibe für die Nacht The Glen Hotel. Ein tolles Hotel mit gemütlichen Zimmer und fairen Preisen. Wir haben auch im Hauseigenen Pub gespeist. Die Speisen waren wenn möglich von lokalen Produzenten und von hoher Qualität. Dazu hatten sie auch eine Auswahl lokaler Brauereien. Der Schneefall wurde indes immer stärker und hielt die Nacht über an wodurch wir am kommenden morgen auf verschneiten Straßen unterwegs waren. Auch das Frühstück war sehr gut und üppig. Dazu haben wir uns ein sehr leckeres Lunchpaket packen lassen. Fazit wer jemals in der Nähe ist und ein Zimmer braucht: Geht zum Glen Hotel.