City Tour Die Quayside

Erneut habe ich mich auf Erkundungstour durch Newcastle gemacht. Ich muss sagen ich finde diesen Service mit den 40 verschiedenen touren pro Jahre echt toll und ich habe jetzt erfahren, dass es die schon seit über 50 Jahren gibt. Diese Tour ging an der Quayside entlang. Das ist Bereich der in Newcastle direkt am Tyne liegt. Früher gab es dort einen großen Hafen mit viel Schiffbau. Am Anfang des 20. Jahrhunderts sind 30% der Schiffe weltweit in Newcastle gebaut worden. Heute gibt es keinen Hafen mehr in Newcastle sondern nur noch den Tyne Harbour und der ist bei South Shields um die Ecke. Und dort werden auch keine Schiffe mehr gebaut zwar repariert aber gebaut werden hier nur noch Ölbohrplattformen. Wir haben den Walk an der Guildhall begonnen. Mittelalter war das die Zentrale der Stadt denn auch das City Council hatte dort einige Zeit getagt. Gegenüber der Guildhall gibt es noch ein paar Häuser aus dem 15./16. Jahrhundert und das sind so ziemlich die ältesten da unten. Jetzt sind da natürlich Pubs drin, aber die sind sogar ziemlich cool. Vor allem weil einer davon selber braut. An der Guildhall ist auch die Swing Bridge gelegen. Die Swing Bridge macht genau das Sie schwingt auf und gibt wenn benötigt zwei Fahrrinnen frei. An dieser Stelle war schon seit Römer Zeiten immer eine Brücke, die immer wieder angepasst wurde. Die Swing Bridge war die letzte Neuerung und wurde sogar von einem Privatmann bezahlt, aber das nur aus Eigennutz. Denn eben dieser hatte eine Kriegsschiffwerft etwas Strom aufwärts und wäre aus dem Geschäft gewesen hätte er das nicht gemacht. Die Kriegsschiffe wurden immer größer und passten nicht mehr durch die alte Georgianische Brücke. Aber über die wurde beinahe sogar die Fahrrinne der Swing Bridge zu klein.

Newcastle liegt auf der Nordseite des Tynes und Gateshead auf der Südseite. Auch wenn bei Städte heute sehr eng mit einander zusammenarbeiten und der Tourismus gemeinsam vermarktet wird, waren sich diese Beiden früher teilweise gar nicht grün. Speziell im Schiffsbau gab es große Konkurrenz und Newcastle, die sich immer für den übermächtigeren Schiffsbauer hielten, hatten zwei Mal versucht Den Schiffsbau auf der Gateshead Seite inklusive der Stadt zu übernehmen. Aber Gateshead fand die Idee gar nicht lustig und hat sich beide Male erfolgreich gewehrt.

Insgesamt gibt es in Newcastle sieben Brücken über den Tyne. Drei Eisenbahnbrücken. Davon eine für den Lokalverkehr (die Highlevel Bridge), eine für den Fernverkehr (King Edward VII Bridge) und eine für die Metro. Vier Autobrücken: eine neue als Umgehung, die Tyne Bridge, die Highlevel Bridge (genau die gleiche) und die Swing Bridge. Alle bis auf die Umgehung können auch von Fußgängern verwandt werden. Und als Nummer sieben gibt es dann noch die Gateshead Millennium Bridge. Diese wird mit klarer Absicht so genannt, denn Newcastle hat sich in keinster Weise um die Brücke oder um deren Bau geschert und hat das Gateshead Council damit alleine gelassen. Dies ist eine Radfahrer und Fußgänger Brücke.

Die Tyne Bridge wurde 1928 eröffnet und ist eine recht eindrucksvolle Konstruktion. Wenn man sich jetzt an die Sidney Harbour Bridge erinnert fühlt, dann ist das genau richtig, denn beide Brücken wurden von der gleichen Firma gebaut.

Die Highlevel Bridge wurde von Robert Stephenson entworfen und von Queen Victoria 1849 eingeweiht. Die Brücke selber ist zweistöckig. Im Unteren Teil ist die Straße und der Weg für Fußgänger und oben drauf fahren die Züge. Das ist eine echt tolle Konstruktion. Der Sinn dieser Brücke war es eine direkt durchgehende Eisenbahnstrecke von London nach Edinburgh zu haben.

Nun aber zurück zum Newcastle Hafen. Früher war es so, das zwischen den Hafengebäuden kleine Gassen gab, die bis zum Fluss gingen und dort direkt in einen Kay übergingen. Diese Gassen wurden Chares genannt. Davon gab es sehr viele aber die meisten sind nicht mehr existent. Einen Chare den es noch gibt ist der Broad Chare (was breiter Chare heißt). Und genau das war es auch, denn diese Gassse war etwas breiter als üblich. Über die Jahrhunderte sammelte sich zwischen den Kays immer mehr Erde an und wurden zum Teil zugeschüttet. Dadurch wuchs die Stadt in den Fluss hinein und dieser wurde immer schmaler. Doch Kays gab es weiterhin und einige Kays hatten auch spezielle Namen, wie zum Beispiel Rotterdam, Hull, London, Antwerpen oder Malmö. Diese Kays wurden nur von den Schiffen  angesteuert die entweder von dort kamen oder dort hinfuhren. Newcastle Port unterhielt Direktverbindungen mit 44 Häfen weltweit und war noch Anfang des 19. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Häfen die es gab. Vor allem aber auch im Bereich Glas, denn im ganzen UK gab es keine größer Glas Produktion als hier. In der Besten Zeit hatten die Kays sogar eine eigene Eisenbahn um mit dem Verladen hinterher zu kommen. Interessant ist auch, dass das Ankern 2 Pence für britische aber 4 Pence für nicht britische Schiffe kostete.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Quayside nicht viel mehr als ein Slum was die Wohnsituation angeht. Doch durch das große Feuer 1854 wurde alles besser, nachdem es erst mal ganz schrecklich war. Das Feuer begann in Gateshead doch dann explodierte eine Chemiefabrik und das Feuer weitete sich auf die Newcastle Quayside aus. Durch Explosion wurden sogar mehrere Häuser auch auf der Newcastle Seite zerstört. Nach dem Feuer wurde dann der gesamte Bereich im Victorianischen Stil wieder aufgebaut, weswegen man in dem Gebiet auch nur sehr sehr wenige Gebäude findet die älter sind als 160 Jahre. Doch der Gesamte Bereich war immer noch sehr rauh und von der Schifffahrt geprägt. Das änderte sich auch erst in den letzten zwanzig Jahren, als das Gebiet von Künstlern als günstige Unterkunft entdeckt wurde und es von der Stadt selber wieder aufgebaut wurde. Jetzt hat man dort ein tolles Viertel mit guten Restaurants, Bars und leider viel zu viel Moderner Kunst. Speziell hat man ganz viel Kunst in der Baltic Gallery auf der Gateshead Seite. Das Gebäude ist eindrucksvoll aber der die, Na Ja.