Ganz viel

In den letzten Wochen war ich sehr umtriebig und hatte dadurch keine Zeit letzte Woche einen Artikel zu schreiben. Am Wochenende davor war ich am Samstagmorgen (15.11.2014) nach London geflogen und habe mich mit meiner Mutter am Heathrow Airport getroffen. Wir sind dann zusammen mit der Tube ins Zentrum gefahren und haben uns einen schönen Tag gemacht. Den Welt besten Apple Crumble haben wir uns natürlich auch gegönnt und den bekommt man in der Cafeteria der St. Martin in the Fields Church. Danach haben wir den Bus zum Tower Hill genommen. Da wollten wir eigentlich gar nicht hin, aber das ist die einzige Route, die noch mit alten Routmastern befahren wird. Und Am Tower konnten wir uns die Keramik Mohn Blüten ansehen, die ich in meinem letzten Artikel erwähnt habe. Abends waren wir dann zu der Geburtstagsfeier meiner Cousine Mel eingeladen. Sie feierte in einem Ruder Club direkt an der Themse. Es war sehr schön dort und wir hatten viel Spaß. Ich hatte mich sehr gut unterhalten und mich gefreut viele alte Bekannte und meine Freunde Tim und Melissa wieder zu treffen.

Am nächsten Morgen hieß dann auch schon um 05:30 aufstehen, weil um 06:15 das Taxi nach Heathrow kam. Denn nachmittags waren wir bei meiner Tante zum Weckmannessen eingeladen. Das ist eine Tradition unserer Familie. Wir treffen uns an einem Sonntag um St. Martin herum und essen einen großen selbst gebackenen Weckmann. Dieses Mal gab es sogar drei verschiedene und einer war eine Schildkröte aus zwei verschiedenen Teigen. Sehr lecker. Es war toll nach zwei Jahren endlich nochmal dabei sein zu können und mich mit meiner Familie in Ruhe und persönlich unterhalten zu können.

Am Montag hatte ich dann wieder die Freude meinen Zahnarzt besuchen zu dürfen. Ach ne war dat schön. An Weihnachten noch einmal und dann ist hoffentlich Ruhe. Abends hatte ich noch mal die Möglichkeit mit meinem Freunden ins Schneckes zu gehen. Doch davor habe ich noch meine Schwägerin und meine Patentochter besucht. Es war ein guter Tag. Am Dienstag ging es dann auch schon wieder nach Newcastle.

Am Freitag drauf (21.11.2014) bin ich wieder nach Deutschland geflogen. Ja ich weiß, was ein hin und her, aber es ließ sich leider nicht anders regeln. Ich bin nach Siegen gefahren um meine gute Freundin Steffi zu besuchen. Das ist die, die mich zu Doctor Who, gebracht hat. Als ich am Flughafen ankam bin ich erstmal zur Autovermietung Enterprise gegangen um meinen vorbestellten Golf abzuholen. Als ich dann am Schalter war habe ich mich was mit dem Filialleiter dort unterhalten und der meinte: „Soll ich dir dein Wochenende versüßen?“ worauf ich fragte: „Was haste vor?“. Er hat mir dann einige Upgrades angeboten, die ich erstmal ablehnte, aber als er mir dann einen Volvo XC60 Automatik Diesel für nur 30€ Aufpreis anbot konnte ich nicht ablehnen. Ich war so happy, dass ich sogar zittrige Hände hatte. Was ein Auto. Ich will es haben; Sofort! Als ich dann mein Auto hatte ging es nach Siegen. Der Wagen ist einwandfrei gelaufen und Automatik ist ein Traum für Staus.

Am Samstag musste Steffi dann arbeiten und ich habe die Zeit sinnvoll genutzt. Ich bin nach Bonn gefahren. Dort habe ich mich um 11 mit meinem alten Freund Marius getroffen. Wir haben uns zwei Jahre nicht mehr gesehen und es war toll endlich nochmal mit ihm reden zu können. Um 13:00 hatte ich dann einen Termin bei meinem neuen Barbier. Als ich sagte, dass ich meine Kotletten abrasiert haben wollte wurde ich erstmal gefragt warum und ich musste mich dahingehend fast rechtfertigen. Super Sache. Ich wurde von Rafaele bedient und der hat einen super Job gemacht. Am 23.12.2014 fahre ich wieder hin. Danach bin ich zu meiner Cousine Stephanie und ihrem Freund Markus gegangen. Ich wurde zum Mittagessen mit Gulasch gefüllten Knödeln erwartet. Ein Traum. Danke nochmal an euch für die Gastfreundschaft.

Am Sonntag haben wir uns einen lauen gemacht und ich bin früh ins Bett, weil ich am Montag um 06:30 los fahren musste. Die Rückfahrt war angenehm bis auf ein paar Kleinigkeiten. Ich bin zweimal von Lastwagen abgedrängt worden und ein paar Mal haben sich andere Autos gefährlich nahe vor mir reingequetscht. Am Flughafen lief alles glatt mit der Rückgabe und ich konnte mich meiner Lieblingsbeschäftigung hingeben: Mich über diese verdammten Touristen aufregen. Ich bin ja leider ein Vielflieger und habe dadurch etwas mehr Übung. Aber die Flüssigkeiten im Handgepäck sucht man nicht erst auf dem Band an der Security Kontrolle zusammen. Ich bin dafür, dass es eine Extra Schlange nur für geübte Vielflieger gibt, für die man eine Prüfung ablegen muss.

Am Mittwoch war dann auch schon wieder das nächste InterNations Treffen. Wir waren in dem Kaffee des Theaters Northern Stage. Ganz Nett. Die Unterhaltungen waren, wie immer, sehr angenehm.

Am Freitag (28.11.2014) war ich dann noch mal mit meinem Chef in den Pub gegangen und am Samstag war ich alleine unterwegs. Ich saß in der Bar Tilley’s und las in Ruhe mein Buch, als 4 Personen fragten, ob sie sich dazu setzen könnten. Klar kein Problem. Aber dann ging es los. Man muss die Geordies einfach mögen, was die manchmal für Sachen erzählen. Zuerst wurde ich gefragt wo ich her käme, Deutschland wurde wohlwollend akzeptiert. Daraufhin wurde ich gefragt ob ich katholisch sei. Als ich dieses bejahte hatte ich einen Stein im Brett ab dem Zeitpunkt habe ich kein Bier mehr selber kaufen müssen. Doch die Unterhaltungen wurden immer besser: Es ging dann um die dreckigen Ausländer und das die doch alle wieder verschwinden sollten. Darauf bemerkte ich, dass ich doch Deutscher sei. Die Antwort darauf bringt mich immer noch zum Schmunzeln: „Ja schon, aber du bist Katholik und darum ein guter Kerl“. Ach es war herrlich. Aber durch deren harten Geordie Akzent auch zum Teil kaum für mich zu verstehen.

Als die vier dann weg waren haben sich plötzlich Zehn andere hingesetzt. Nach ein paar Minuten fragte mich ein Mädel: „Wer bist Du eigentlich?“ Worauf ich nur antwortete: „Und wer seid Ihr? Schließlich habt Ihr euch einfach hingesetzt!“. Und ab da wurde es wieder unheimlich lustig. Ich bin dann mit 4 von denen noch durch weitere Pubs gezogen. Ein toller Abend.