Ryder Cup, Exil Haggis und ein voller Samstag

Am letzten Wochenende war es wieder so weit. Es war wieder Zeit für den Ryder Cup! Das ist ein Golf Turnier, das im zwei Jahres Turnus zwischen Europa und den USA stattfindet. Angefangen hat alles 1927. Damals war es noch ein Turnier zwischen dem UK und den USA dann wurde das UK Team drei Mal von Irland unterstützt und seit 1979 gibt es ein Europäisches Team. Europa ist derzeit sehr erfolgreich, denn aus den letzten Zehn Turnieren gingen die Europäer 8-mal siegreich hervor. Das erste Mal habe ich den Ryder Cup vor zwei Jahren mitbekommen. Ich saß in Edinburgh in meinem Lieblings Pub, dem Black Bull, und schaute mir den Final-Tag mit vielen anderen an. USA brauchte nur noch einen Punkt zu gewinnen und Europa lag vier Punkte dahinter. Einen solchen Rückstand hatte noch nie eine Gastmannschaft aufgeholt, doch die Europäer schafften es. Diese Spannung hat dafür gesagt, dass ich mich etwas genauer mit dem Cup beschäftigte und auch dieses Jahr ganz genau verfolgte was passierte. Obwohl Europa dieses Jahr sehr relaxt gewann. Ein Junger Waliser den Siegpunkt gemacht. Der jüngste Spieler dem das je gelungen ist. Apropos habe ich erwähnt, dass der Cup dieses Mal in Schottland ausgetragen wurde? Um genau zu sein: Glen Eagles.

Letzte Woche Montag habe ich mich ja mit Daniel und Donna getroffen und wir hatten uns gut unterhalten. Wir sprachen dann auch über deren Zeit in Schottland und kamen so zum Thema Haggis. Worauf sie mich einluden zum Haggisessen zu ihnen zu kommen. Donnerstag war es dann so weit. Pünktlich wie wir Deutschen nun mal sind war ich sogar etwas zu früh da. Daniel hatte bereits zwei Haggis in den Topf getan um dieses zu kochen. Als alles fertig war kredenzte er uns Haggis mit Kartoffelpüree, Pastinaken und Möhren. Sehr lecker. Das war wirklich ein tolles Abendessen und wir hatten eine gute Zeit. Vielen Dank für die Einladung.

Apropos ich muss eine kleine Berichtigung machen. Ich hatte fälschlicher Weise geschrieben, dass Daniel in Rotterdam aufgewachsen sei, doch ist er in der Nähe von Den Haag aufgewachsen. Sorry.

Ich habe von meiner Tante aus London einen Link bekommen den ich gerne mit euch teilen möchte. In diesem Video wird binnen zehn Minuten die Entwicklung der englischen Sprache der letzten 2000 Jahre erklärt. Das Video wurde von der Open University gemacht. Das ist eine Fernuni die in Milton Keynes ihren Sitz hat. Und hier geht es zum Video.

Ganz viel Samstag:

Als ich Samstagmorgen bei WDR2 den Stichtag gehört habe ging es um Karl Bedecker. Der Nachname wird einigen von euch bekannt vorkommen, denn der steht immer auf den roten Reiseführern mit dem blauen Streifen. Hier geht es zum Beitrag auf der WDR2 Stichtag Seite. Karl Bedecker war quasi der Erfinder des Reiseführers und er brüstete sich damit immer sehr genau zu sein. Worauf hin gesagt wurde der Deutsche führe nur in Urlaub um zu überprüfen ob das was im Bedecker stehe auch stimme. Er selber hatte einige Reiseführer verfasst und als er 1859 starb führten seine Söhne seinen Verlag und seine Arbeit weiter. Heute gibt es 160 verschiedene Bedecker Reiseführer im Angebot. Natürlich führten die zwei Weltkriege zu einer Verringerung der Reisefreude, doch so makaber es ist haben sie auch im zweiten Weltkrieg einen „Nutzen“ gehabt. Denn die Nazis nutzen den Bedecker Norwegen um ihren Feldzug dorthin zu planen. 1942, nachdem Lübeck bombardiert worden war, half der Bedecker die 5 englischen Städte auszuwählen, die bombardiert wurden. Am Tag nach dem Angriff sagte ein Wehrmacht offizieller, dass alle englische Städte bombardiert werden würden, die im Bedecker einen Stern haben. Wieder eine positive Sache die durch die Nazis der Perversion anheim gebracht wurde.

Samstag hatten wir mal wieder totales Geordie Land Wetter. Wir fingen morgens mit 16 Grad an und mittags waren es gerade noch 9. Leider ist es hier normal dass es über tag kälter wird. Seltsamer Landstrich in dem ich hier wohne. Interessanter Weise war am Gateshead Ufer ein Kran für Bungee-Jumping aufgebaut worden, der auch gut frequentiert wurde, trotz des regnerischen Wetters.

Ich konnte einfach nicht widerstehen; ich musste einfach noch mal zum Bierrex. Ein Traum diese Bar. Obwohl ich doch ein wenig gelitten habe. Ich hatte mir ein Schneider Tap 1 vom Fass bestellt. Also quasi ein Weizenbier. Das Mädel schenkte das dann in ein Standard Pint Glas ein welches nicht kalt ausgespült war. Natürlich schäumte es wie bekloppt. Sie schenkte immer wieder nach und lies immer wieder den Schaum und somit eigentlich Bier aus dem Glas und in die Abguss laufen. Ich hatte wirklich Mitleid mit dem guten Bier. Schlussendlich bin ich eingeschritten und sagte: nun lass es doch mal stehen, so ein Bier muss auch mal Ruhen. Und siehe da nach einer Minute konnte sie auffüllen und alles war gut. Ich verstehe die Engländer einfach nicht. Zum einen das sie Peroni trinken. Zum anderen das sie es hier, im Bierrex, aus der Flasche trinken obwohl es auch am Hahn ist. Die spinnen die Briten.

Nach den vielen Nachfragen habe ich mich dazu entschlossen einen extra Blog nur für meinen typischen Geordie Anekdoten zu machen. Dort werde ich einmal pro Woche eine neue Schote der Geordies rein schreiben. Mein Kumpel Christoph der hier 4 Monate gelebt hat wird mir zum Glück als Co-Autor zur Seite stehen. Da er 4 Monate direkt mit vielen Geordies zusammen gearbeitet hat, hat er auch einige tolle Storys auf Lager. Und hier geht es zu dem neuen Projekt!

Heute habe ich auch das erste Torffeuer dieses Jahres gerochen. Wahre Glückseligkeit erfüllte mich.

In einer Woche gibt es dann auch den nächsten Artikel.