Zwei Jahre im UK

Heute vor genau zwei Jahren bin ich ins UK ausgewandert. Und schon wieder ein Jubiläumsartikel. Bloody Hell! Die kommen hier ja schnell hintereinander, die müssen irgendwo ein Nest haben. Im Juli hatte ich ein Jahr in South Shields, im August den 100. Artikel und jetzt im September sind es 2 Jahre im UK. Nun ja sei es drum, jetzt habe ich wenigstens wieder knapp ein Jahr Ruhe.

Aber zurück zu den zwei Jahren selber und was das für zwei Jahre waren. Ich habe mich selten so frei und lebendig gefühlt wie zu der Zeit als ich nach London ging, was nach der Abschiedsparty eigentlich ein wunder war, dass ich überhaupt was fühlte;). London war für mich ein toller Start, aber das ist keine Stadt in der ich leben möchte. Doch für einen Städte Trip ist es immer wieder schön. Darum bin ich auch am neunten Tag meines Abenteuers nach Edinburgh hochgezogen. Die Fahrt mit dem Nachtzug war definitiv nicht die beste meines Lebens, aber die Dusche am darauf folgenden Morgen war definitiv eine der besten. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie gut die mir tat. Und dann ging es erstmal auf Wohnungs- und Jobsuche. Auch wenn es immer wieder Rückschläge gab habe ich es durchgezogen und hatte nach 11 Tagen ein Zimmer und nach 13 Tagen eine Festanstellung. Auch wenn beides nicht perfekt war, war es doch angenehm, dass durch Zufall, meine neue Arbeitsstelle nur 10 Gehminuten von meiner Wohnung entfernt war. Der Job war zwar nicht wirklich mies, aber die Bezahlung war es. Hätte man mir dort so viel bezahlt wie in South Shields wäre ich wahrscheinlich jetzt noch dort. Eine der besten Sachen an Edinburgh, abgesehen davon, dass ich in der besten Stadt der Welt wohnte, war, dass ich Lukas kennen gelernt habe. Er ist mir teurer Freund geworden, der mir echt geholfen hatte als ich solche Probleme mit meiner Vermieterin hatte. Außerdem genieße ich es immer sehr wenn ich mit Lukas und Svea wieder ein Wochenende verbringen kann. Ich werde auch irgendwann wieder nach Edinburgh zurückziehen, denn wie ich immer sage: Ich werde in Schottland alt werden, aber ich noch zu jung zum alt werden. Nach Zehn Monaten in dieser tollen Stadt bin ich dann wieder umgezogen nach South Shields ins Geordie Land. Mal was anderes> ich habe es doch tatsächlich geschafft in 2012 drei Wochen nach den Festivals in Edinburgh aufzutauchen und 2013 eine Woche davor wieder zu verschwinden. Das muss man erstmal hinbekommen. Zurück in den Nord Osten Englands. Geordies werden im Allgemeinen die Bewohner der Region um Newcastle genannt. Dazu kommt noch, dass man die nicht mal versteht, selbst der Rest des UKs versteht die nicht. Das ist einer der brutalsten Dialekte die ich gehört habe. Auch nach einem Jahr hier ist es kaum zu verstehen. Aber wie kam ich, der große Schottlandfan, dazu nach Nord Ost England zu ziehen. Ganz einfach: Geld. Ich habe ein gutes Jobangebot bekommen und los ging es. Außerdem sind die Mieten hier viel günstiger als in Edi. Ich zahle hier nur ein wenig mehr für meine eigene Wohnung im Gegensatz zu dem 7 Quadratmeterzimmer mit dem pissenden Köter in Edinburgh.

Aber der Start hier unten war nicht wirklich toll. Am meinem ersten Tag wurde mir das Mietauto zerkratzt und Zigaretten drauf ausgedrückt. Am Anfang war es bei mir auf der Arbeit ganz gut aber auf Dauer wurde es immer schlechter. Und ich muss sagen ich wurde noch nie so mies und asozial auf einer Arbeitsstelle wie bei Utility Wise behandelt. Deshalb habe ich bereits nach 2 Monaten wieder angefangen mir einen neuen Job zu suchen. Ich hatte auch ernsthaft mit dem Gedanken gespielt zurück nach Edi ins Call Centre zu gehen. Aber zum Glück hatte ich dann im November ein paar Bewerbungsgespräche und im Dezember dann auch endlich eine neue Stelle. Ich war zwar Anfang des Jahres dieser Region gegenüber immer noch sehr negativ eingestellt, aber meine Laune besserte sich. Im Moment finde ich es gar nicht mehr so schlecht hier, aber wirklich sesshaft werde ich hier nicht werden. Dazu habe ich ja noch das eine oder andere Land auf meiner Liste in dem ich leben möchte. Es geht immer weiter; Stillstand ist Rückschritt. Aber erstmal bleibe ich noch ein wenig denn meine Arbeit macht mir Spaß und es gibt noch einiges hier zu erkunden.