Ein Jahr in Geordie Land

Und mal wieder muss ich mich bei Euch entschuldigen, dass ich solange nichts von mir habe hören lassen, aber irgendwie habe ich derzeit eine ziemliche Schreibblokade und auch das was ich hier erlebe erscheint nicht wirklich erwähnenswert. Aber trotzdem versuche ich noch mal ein paar Zeilen zu Papier zu bringen.

Auch wenn ich Anfangs wenig begeistert war von der Internations Gruppe in Newcastle bin ich immer wieder hingegangen. Und dort habe ich dann auch einen anderen NRWler kennen gelernt. Der Jung hat hier oben ein Praktikum für seinen Master gemacht und war ein guter Weggefährte. Wir haben uns zusammen das ein oder andere angeschaut und waren auch mal nach Durham gefahren. Durham ist wie schon mehrfach erwähnt gleich um die Ecke und ganz hübsch anzuschauen. Dieses Mal haben wir es uns gegönnt auf den Mittelturm der Kathedrale zu steigen. Die 325 Stufen waren zwar ein wenig anstrengend aber die Aussicht war der echt gut. Mit Christoph habe ich auch den einen oder anderen Pub entdeckt, denn wir hatten versucht jedesmal wenn wir uns trafen nur in Pubs zu gehen die wir noch nicht kannten. Das führte dazu, dass ich doch jetzt eine gewisse Auswahl kenne falls mich einer von euch mal besuchen sollte. Leider ist Christoph schon wieder zurück nach Deutschland gezogen, da sein Praktikum zu Ende war.

Im Juli bin ich dann auch endlich noch mal nach London gekommen. Es hat fast ein halbes Jahr gedauert und ich denke das war die längste Zeit seit 3 Jahren die ich am Stück nicht in London war. Ich hoffe das wird nicht zum Trend. In London habe ich mich wieder mit meinen Verwandten und Freunden getroffen. Ich hatte auch wieder eine tolle Erkundungstour mit meiner Cousine Mel nach Ost London gemacht. Dieses Mal habe ich es nicht mal in die Nähe der City geschafft was eigentlich auch ein Unikum ist. Es war schön noch mal in London zu sein und ich hoffe auf ein baldiges wiedersehen.

Am letzten Samstag war es dann soweit: Ich habe mein erstes Jubiläum im Geordie Land. Seit einem Jahr wohne ich in South Shields und als mir das klar wurde konnte ich mich vor Freude kaum halten. Aber ich muss schon zugeben, dass dieses Jahr doch schneller rum gegangen ist als erwartet vor allem nach diesem unheimlich schlechten Start. Doch derzeit läuft alles gut bei mir und ich lebe so für mich hin.

Im  Moment bin ich auf dem Weg nach Edinburgh, denn heute beginnt das Fringe Festival und ich freue mich schon das ganze Jahr darauf. Ein Wochenende voller Musik, Comedy und anders gearteter Shows. Ich werde versuchen zu diesem Thema noch einen eigenen Artikel zu schreiben.

Hier noch eine kleine Anekdote was mir heute auf dem Bahnhof wiederfahren ist. Ich war etwas zu früh am Bahnsteig und da kam gerade ein früherer Zug an. Aus diesem Zug stiegen dann einige Leute aus und einer, der auch aussteigen wollte, war der obligatorische total besoffene Geordie. Von denen hatte ich schon zwei in der Metro und ein paar am Bahnhof. Ich weiß extrem wenig für einen Freitagnachmittag. Der Kerl der aus dem Zug kam brauchte erst mal Hilfe für die eine Stufe und als er dann am Bahnsteig entlang torkelte ist er in den  Zwischenraum von zwei Wagons auf die Gleise geflogen. Sofort war das Bahnhofspersonal mit drei Personen zur Stelle und haben ihn da raus gezogen. Also alles nochmal gut gegangen und nur 5 Minuten Verspätung verursacht. Welcome to Geordie Land.

Ach ja an Pfingsten war ich wieder in Deutschland beim Epochenfest. Es war ein tolles fest nur das Ende war nicht ganz so super. Einen Genauen Bericht findet Ihr hier.

Ich selber habe zum Glück noch vor dem Pfingstunwetter abgebaut und alles trocken nach Hause gebracht. Aber ich hatte dafür die Probleme am Dienstagmorgen. Denn ich musste meinen Flieger von Düsseldorf nach Hause nehmen und wie Ihr alle wisst war Düsseldorf total dicht. Ich habe am Ende 5 Stunden im Auto verbracht und habe es nur auf 10 km an den Flughafen heran geschafft. Ich habe in 3 Stunden keine 4km geschafft und hatte natürlich auch meinen Flug verpasst. Das hieß also einen Tag länger in Deutschland verweilen und schauen wie ich zurück komme. Die Lufthansa hat mit Kulanz genauso geglänzt wie Milchglas und meinte nur: Nicht uns Fehler! Der Flug am kommenden Tag sollte mich dann auch nur 700€ kosten. Nach einer kleinen Suche und Preisvergleichen bin ich dann am Mittwoch mit Germanwings für 180€ nach Edinburgh geflogen und mit dem Zug für 20 Pfund (Ich hatte echt Glück denn das war sogar 1. Klasse) nach Newcastle gefahren. Und an dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Helga fürs fahren nach Köln.