Im Norden viel Neues

Vor zwei Wochen wurde ich von einer Recruitment Agency angeschrieben, ob ich nicht Interesse an einem Sales Administrative Job hätte. Ich habe gesagt klar. Bei dem Job wäre ich ein Verkaufsleiter für den europäischen Markt für einen aufstrebenden Fahrradhersteller gewesen, doch leider ist der Job an jemanden gegeben worden, der schon 6 Jahre Erfahrung im Fahrradbusiness hat. Die Firma hat ihren Sitz in South Queensferry, was mit dem Zug ca. 20 Minuten von Edinburgh entfernt ist. Nach dem mir Farina, die Recruitment Agency Mitarbeiterin, mir mitteilte, dass der Job weg ist habe ich Ihr gesagt, sie solle ab sofort UK weit für mich suchen. Am nächsten Morgen gab sie mir Bescheid, dass Sie da was habe und am einen Tag (19.06.2013) später hatte ich auch schon ein Telefoninterview. Mein Telefoninterview verlief sehr gut und ich habe direkt eine Einladung zum persönlichen Gespräch bekommen. Aber ich war doch schon sehr guter Dinge wegen des Gespräches, denn der Manager des deutschen Teams meinte nur zu mir. Dieses persönliche Gespräch wird weniger ein Interview als ein Details abklären für meine Einstellung. Ich habe dann schnellst möglich einen Tag Urlaub genommen und zum Gespräch zu fahren.

Meine neue Berufsbezeichnung lautet nun Energy Consultant. Ich werde Erdgas Verträge an deutsche Firmen verkaufen. Es ist zwar weiterhin Telefonarbeit, aber es ist Verkauf und es ist B2B (Business to Business). Dazu wirkt die neue Firma doch seriöser als mein bisheriger Arbeitsplatz, das Gehalt ist höher, die Zeiten sind besser (keine Samstagsarbeit), es gibt einen Bike-, Carsharing und Metroscheme. Ich bekomme Boni wenn ich gut verkaufe. Dazu gibt es noch einen Pensionscheme. Jetzt kommt das negative: Für diesen Job muss ich zum Feind, denn die Firma befindet sich in England. Um genau zu sein in South Shields, dass direkt neben Newcastle liegt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Lebenshaltungskosten um einiges günstiger sind. Dort kostet mich eine drei Zimmer Wohnung so viel wie ein Zimmer in einer WG hier oben in Edinburgh.

Am Dienstag (25.06.2013) bin ich dann runter nach Newcastle gefahren. Der Zug braucht von Edinburgh gerade mal anderthalb Stunden. Von der Central Station bin ich dann mit der Metro nach South Shields gefahren. Das Gespräch mit dem Team Manager, sein Name ist Elgar, war sehr angenehm und wir wurden uns schnell über alles einig. Ich haben mir nach dem Gespräch noch ein wenig die Stadt angeschaut. Von meiner Arbeitsstelle sind es gerade mal 15 Gehminuten bis an den Strand, denn South Shields liegt direkt am Meer. Nachmittags habe ich mir dann auch noch ein wenig Newcastle angeschaut. Mir ist aufgefallen, dass ich Edinburgh schon ein wenig vermissen werde.

Am Mittwoch (28.06.2013) habe ich sehnsüchtig auf meine Bestätigungsemail wegen des Jobs gewartet, als diese dann endlich eintraf bin ich direkt zu meinem Team Lead Mark gegangen und habe meine Kündigung abgegeben. Was ein toller Moment ich war voll mit Adrenalin und hatte das Gefühl ich würde schweben. Marks erster Kommentar war ein Traum: Du weißt, dass ich dich jetzt hasse, sagte er mit einem Lächeln. Denn in der Woche davor ist schon ein anderer deutscher Agent gegangen. Tja dann werden die sich jetzt mal wieder ein paar Leute suchen müssen. Also liebe Leser falls Ihr nach Edinburgh ziehen wollt hier werden deutschsprachige Callcenter Mitarbeiter gesucht.

Am Donnerstag (27.06.2013) war wieder ein Internations Meeting und ich habe die traurige Botschaft verkündet, dass das Juli Meeting mein letztes als Ambassador in Edinburgh sein wird. Zu meinem Bedauern gibt es keine Internations Gruppe in Newcastle. An diesem Abend habe ich auch wieder Isabell getroffen, sie deutsche wohnte fünf Jahre in Manchester und ist jetzt nach Edinburgh gezogen, sie war bereits im Mai bei dem Internationstreffen dabei. Wir hatten uns dann noch auf ein Bier am Freitagabend verabredet. Am Freitag (28.06.2013) bin ich mit Isabell erst mal ins Red Squirrel gegangen. Das ist eine tolle Bar mit vielen verschiedenen und immer wechselnden lokalen und internationalen Bieren. Das Red Squirrel ist eine Schwesternbar der Southern Bar von der ich bereits berichtete. Danach sind wir noch ins Whistle Binkies weitergezogen und haben uns eine lokale Blues-Rock Band angeschaut. Danach ging es dann ab ins Bett. Den Samstag habe ich sehr wenig gemacht und habe mich entspannt.

Am Sonntag (30.06.2013) habe ich mich vormittags mit Lukas getroffen. Zuerst haben wir bei Ihm gefrühstückt und er fragte mich zum gefühlten tausendsten Mal, ob wir nicht Arthus Seat, Edinburghs Haus und Hof Berg, erklimmen sollen. Bisher hatte ich mich gut drum herum gedrückt. Aber am letzten Sonntag dachte ich mir, da ich bald gehe sollte ich das vielleicht doch mal machen, denn seit dem ich hier wohne war ich kein mal oben. Es war ein schöner sonniger Tag, aber es war auch verdammt windig. Ich musste mich ein paar Mal festhalten, weil es mich sonst umgeweht hätte. Die Aussicht war hervorragend und wir konnten sehr weit schauen. Abends bin ich dann noch zu einem deutschen Meetup  treffen gegangen.