Ein Auto; Zwei Typen; Drei Destillerien Teil 2

Am Sonntag (02.06.2013) Morgen sind wir pünktlich um 08:15 zum Dining Room gegangen und wurden auch direkt von der Landlady begrüßt und zu unseren Plätzen geführt. Wir haben unseren Tisch mit Garry aus Edinburgh geteilt. Gerry fährt Touristenbusse durch die Highlands und je nach Tour auch nach Skye. Als wir uns gesetzt hatten wurden wir erst mal gefragt welchen Saft und welche Cereals (Cornflakes, Weetabix, Müsli, Früchte, ect.) wir haben wollten. Während wir dies zu uns nahmen hat man unser, am Abend vorher bestelltes, full  scottish Breakfast bereitet. Ich hatte mir Spiegeleier, Bohnen, Speck, Würstchen, einen Kartoffel Scone und natürlich Haggis bestellt. Dazu gab es dann noch Toast, Marmelade und Käse. Als Getränk gab es dann natürlich den obligatorischen Tee. Nach diesem doch sehr reichhaltigen Frühstück haben wir unser Zimmer geräumt und haben uns auf den Weg zur Talisker Destillerie gemacht. Leider war es nicht so sonnig wie am Vortag. Es war windig und bewölkt. Da wir nicht schon wieder die gleiche Strecke fahren wollten haben wir uns für einen kleinen Umweg über Single Track Roads. Single Track Roads sind genau das wie sie heißen. Die Fahrbahn ist ein Auto breit und es kommt regelmäßig Gegenverkehr. Aber dafür gibt es in geringen Abständen Ausweichbuchten, Passing Places. Ich hatte viel Spaß beim Fahren und wir hatten immer wieder lustige Begegnungen mit Schafen und Kühen, denn dort gibt es keine Zäune. Einmal mussten wir durch eine Gruppe von Highland Cows durch von denen drei auf der einen Seite und 4 auf der anderen Seite der Straße standen. Ich war froh, dass wir gut durchpassten. Nach einigen tollen Ausblicken und beindruckenden Straßenführungen sind wir bei Talisker angekommen. Wir waren leider zu früh da und Talisker hatte noch geschlossen. Dazu hat es auch noch angefangen zu Nieseln. Wir haben uns wieder in das Auto gesetzt und ich bin noch ein wenig rum gefahren. Wir wollten eigentlich zu einem Leuchturm, der in Lukas Reiseführer drin stand, aber den hatten wir nicht gefunden. Dafür haben wir noch die ein oder andere schöne Ecke der Insel gefunden. Um 11 Uhr waren wir dann wieder pünktlich bei Talisker und haben durch unseren Pass wieder eine Gratisführung bekommen. Dieses Mal gab es einen Talisker Anstecker Gratis zur Tour. Die Tour war interessant und wir wurden vom neuen Besucherzentrum durch das Alte in die Destillerie geführt. Bei der Grundlagenerklärung warum die Gerste gemälzt wird musste ich dem Tourguide aushelfen, da er die Antwort nicht kannte, und habe die Frage beantwortet. Nach Ende der Tour erfolgte das wee dram of Whisky (Ein Schluck Whisky). Normalerweise war ich nicht der große Talisker Fan, aber dieser war echt lecker. Wir haben uns dann noch kurz den Shop angeschaut, aber wir haben uns doch relativ schnell auf den Weg gemacht, da wir noch eine lange Strecke vor uns hatten und noch eine vierte Destillerie anschauen wollten. Auf der Skybridge haben wir noch einmal die Aussicht genossen und haben uns dann von Skye verabschiedet. Es ging wieder am Eilean Donan Castle vorbei und dann Richtung Fort William. Wir haben zwar wieder wunderschöne Landschaften passiert, aber dieses Mal hatten wir leider keine Zeit zum Aussteigen. Interessant ist, dass auf einigen Gipfeln immer noch Schnee liegt.

Als wir in Oban ankamen haben wir es gerade so geschafft pünktlich anzukommen, doch leider war die Tour schon ausgebucht und wir konnten nicht mit. Auch nicht nach dem ich erklärt hatte das wir alles gegeben hatten um pünktlich zu sein. Aber wir haben uns die Laune nicht verderben lassen und haben uns Oban angeschaut. Oban ist eine sehr schöne kleine Hafenstadt, die mir sehr gut gefallen hat. Dort sind wir auch zum McCaig‘s Tower hoch gestiegen, das ist ein Rundbau, der auf einem Hügel über der Stadt thront. Sobald wir uns satt gesehen und gestärkt hatten sind wir nach Edinburgh zurück gefahren. Was beeindruckend war, waren die Farben der Landschaft im Sonnenlicht, denn ab dem Zeitpunkt als wir Talisker verlassen hatten schien die Sonne. Bei Oban, am Wasser, standen sehr viele Ginsterbüsche in voller Blüte. Somit schlugen einem unwahrscheinlich viele Grün- Blau- und Gelbtöne entgegen. Es war auch sehr beeindruckten, dass das Meerwasser glasklar war.

Kurz bevor wir Stirling passierten, bei Dunblane, hörten wir plötzlich deutsche Töne aus dem Autoradio. Als wir etwas aufdrehten und auf dem Display Bayern 1 lasen mussten wir erst einmal lachen. Wir haben insgesamt 5 deutschsprachige Sender bekommen: Bayern 1, Bayern 4, Österreich 1, Österreich 3 und mein geliebtes WDR 2. Ich weiß nicht wie das passiert ist aber uns hat es gefreut. Als wir am Flughafen angekommen sind haben wir den Astra wieder abgegeben und sind nach Hause gefahren.

Am Mittwoch (05.06.13) bin ich zu einem Treffen des Calton Vine Clubs gegangen bei dem mein Kollege Adam Mitglied ist. Es war eine nette runde und ich wurde sehr freundlich aufgenommen. Wir haben ein paar selbst gemachte Weine verköstigt und es gab auch ein Tasting. Es traten zwei Sparkling Vines (Sekt) gegeneinander an. Der Eine war von Adam bei dem er eigentlich die Blubberbläschen durch vergärung hinbekommen wollte, doch das hat dann nicht funktioniert und es war ganz ruhig im Glas. Der zweite war ein normaler Wein, der mit Kohlensäure versetzt wurde. Beide waren nicht ganz mein Geschmack.

Am Donnerstag (06.06.13) hatte ich frei weil ich am Samstag arbeiten musste. Ich habe den Tag genutzt um zum einen weiter an diesem Bericht zu schreiben und um ein wenig PC Arbeit zu machen. Ich habe auch einige Bewerbungen durch das Land geschickt um mich weiterzuentwickeln und natürlich um mehr Geld zu verdienen und um vom Telefon wegzukommen. Abends habe ich mich mit Lukas auf ein Bier getroffen, weil wir wegen des guten Wetters draußen sitzen wollten haben wir ein wenig suchen müssen, bis wir einen Platz in der Sonne fanden. Am Ende fanden wir einen zweier Tisch vor den Whiski Rooms genau gegenüber des Museums on the Mound. Wir gönnten uns ein leckeres, kühles Bier in der Sonne bei einer tollen Aussicht runter zur New Town. Im Fenster des Shops, der zu den Whiski Rooms gehört, sahen wir Ardbog Flaschen stehen. Genau, das ist der Whisky, der schon im ersten Teil dieses Berichtes auftaucht. Diese Möglichkeit haben wir direkt genutzt und haben uns jeder ein Gläschen gegönnt. Der Whisky war ein Traum. Sehr rund und weich mit schönen Rauch, Torf und Salznoten. Der Whisky selber hat 52,1% und eine dunkle Bernsteinfarbe. Der Whisky wurde nicht kaltfiltriert und nicht gefärbt. Der Geruch war frisch, rund und ausgewogen. Dazu kamen Rauch, Torf, Salz bzw. Meer und eine leichte (wirklich nur eine sehr leichte) Fruchtigkeit. Der Geschmack war sehr ähnlich dem Geruch, aber viel intensiver dazu war der Whisky auch angenehm ölig. Im Nachgeschmack kamen Torf und Rauch gänzlich zur Geltung. Ein rundum gelungener Whisky.

Am Sonntag (09.06.13) habe ich lange ausgeschlafen. Mittags bin ich noch mal in die City gefahren und habe, die Sonne genossen. Es war ein sehr schöner Tag mit blauem Himmel und Sonnenschein. In der Sonne war es auch angenehmen warm doch im Schatten war es echt kalt. Und der Wind war auch sehr kalt und schneidend. Ich habe mich dann noch zu einem Sandwich eingeladen in einem Pub den ich noch nicht kannte. Das war zwar nicht schlecht, aber das Preis-Leistungsverhältnis passte nicht.