Ein Jahr in Irland

Vor etwas mehr als einem Jahr bin ich nach Irland gezogen. Damals bin ich am Freitagabend (08.05.2015) nach der Arbeit in den Flieger nach Cork gestiegen. Am Montag (11.05.205) hatte ich dann auch schon meine neue Stelle bei Apple angetreten. Nach einem Jahr hier muss ich sagen, dass ich mich ganz gut eingelebt habe und es mir hier ziemlich gut geht, aber ich muss auch zugeben, dass ich doch ein wenig enttäuscht bin von Irland selbst. Mir wurden die Leute immer als super nett dargestellt. Ja sie sind freundlich aber man kommt einfach nicht an sie heran. Ab einem gewissen Punkt wird komplett geblockt. Das geht dann nach „du bist nicht von hier; du gehörst nicht dazu“. Das ist kein Rassismus, denn das gilt selbst schon für Iren, die mehr als 2km entfernt geboren sind. Eine andere Sache, die ich seltsam finde ist, dass in Cork im Sommer sehr viel los ist, aber man erfährt nur davon durch Mund zu Mund Propaganda und nicht durch Werbung. Werbung ist hier quasi nicht existent. Mir ist dazu von einem Iren gesagt worden: „Ist ja klar, hier kennen wir uns alle und einer sagt es dem anderen und damit wissen es alle, die es wissen müssen. Wir denken gar nicht drüber nach, dass evtl. außenstehende kommen wollen/sollen“.

Das Land selber ist sehr schön und es gibt viel zu sehen, zumindest wenn man Natur und Ruinen und Geschichte mag. Insgesamt habe ich eine gute Zeit hier und ich kann Irland für einen Urlaub sehr empfehlen. Ihr werdet viel Spaß haben und viel erleben und sehen können. Dieses Land hat eine sehr interessante und bewegte Vergangenheit. Sei es von den Kelten, die die Schnurrgraden Straßen erfunden haben, Mönchen, die in ihren Bienenkorbhütten wohnten über die englische Unterdrückung und die Easter risings in 1916 bis heute. Für jeden ist was dabei und die Stimmung wird gut und die Musik noch besser sein. Ich habe hier über das Jahr hinweg einige Leute kennengerlernt und baue mir so langsam ein soziales Umfeld auf, aber insgesamt besteht es bis auf Lefre und Eamonn ausschließlich aus internationalen Zuwanderern und das finde ich schade.

Auf der Arbeit läuft es ganz gut ich habe damals als First Level im Apple Developer Program Support gestartet doch wie einige von Euch bestimmt schon wissen habe ich bereits einen Aufstieg geschafft (mehr als die Alemania in Zukunft hinkriegen wird) und bin jetzt Mitglied unseres Second Level Support Teams. Wir haben gut zu tun, aber die Arbeit macht viel Spaß und unser Team ist echt klasse. Wir sind ein komplett internationales Team und ich freue mich sehr über den starken Zusammenhalt. Hier hilft jeder jedem und wir ziehen alle am gleichen Strang.

Also in diesem Sinne das nächste Jahr hier in Cork und auf dass es so positiv weiter geht, denn ich habe bisher noch nicht vor in naher Zukunft woanders hinzugehen. Auch mal so als Hinweis an potentielle Besucher ich habe auch ein Gästezimmer.

 

Vorgestern (20.05.2016) ist etwas ganz tolles passiert nach dem was schlimmes geschehen ist. Der dreijährige Sohn meiner Kollegin war mit seinem Aupair und seiner kleinen Schwester unterwegs. Sie war am River Lee und plötzlich der Junge hineingefallen. Um dem jungen zu helfen ist eine 13fache Mutter aus Cobh direkt hinterher gesprungen und hat ihn 5 Minuten mit dem Gesicht über Wasser gehalten bis die Rettungskräfte beide wieder aus dem Fluss holten. Einen Bericht darüber findet Ihre hier. Meine Kollegin hat jetzt eine Sammelaktion für die Retterin Ihres Sohnes gestartet. Für den der möchte findet Ihr den Link zur Spendenseite hier. Ich bewundere den Mut und die Selbstlosigkeit der Frau einfach in den Fluss zu springen. Zu der Zeit war Niedrigwasser (Der Lee ist Tide abhängig) und damit war der freie Fall ca. 5 Meter.