Highland Games Angelbachtal 2012

Der Chieftain der FoSRA zu Gast bei der Clan Gregor Society Germany.

Die Highland Games in Angelbachtal gelten mit zu den größten in Deutschland. Jährlich wird dort auch die Bundesmeisterschaft der Hochlandspiele ausgetragen und es werden deutsche Meister gekürt.  Hoher Besuch hatte sich angemeldet. Der Clanchief des Clans MacFie, Ian MacFie,  aus Schottland war angereist um die Pokale den glücklichen Damen und Herren zu überreichen, die sich in den Spielen ausgezeichnet hatten. Unter der Führung des Deutschen Highland Games Verband e.V. verliefen die Spiele sehr erfolgreich.
Außerdem wurde gleichzeitig ein Pipes & Drum Bandcontest ausgetragen. Es haben viele Bands daran teilgenommen und Gewonnen hat die Band aus Heidelberg.22

Aber fangen wir mit Freitag an.

Die Hinreise von Jülich bis nach Angelbachtal war von der Strecke her sehr angenehm. Wäre nicht Ferienbeginn in NRW gewesen und wären da nicht die ganzen Staus. Laut Navi braucht man normalerweise ca. 3 Stunden. Meine Anreise hat  knapp 5 Stunden gedauert. Angelbachtal selbst ist ein eher kleinerer Ort, von der Größe her mit Jülich zu vergleichen. Die Highland Games fanden im Schlosspark des Wasserschlosses in Angelbachtal statt. Dieses lag sehr zentral gelegen und gut erreichbar.  Eine wirklich große Wiese mit dem Wasserschloss im Hintergrund. Und mittendrin fließt ein kleines Bächlein. Eingeteilt wurde das ganze Gelände in drei Teile. Die Händlermeile mit der Hauptbühne, den Bereich für die Games und den Marschier Platz für die Pipes & Drum Bands.

Jürgen MacGregor, Chairman der Gregor Society Germany, und seine Frau Monika luden zum Treffen der deutschen Clanmitglieder ein. Und ich, als Clanmitglied, folgte dem Ruf.
Der Standort für das Infozelt der MacGregors war gut gewählt. Es lag an dem Hauptweg der den Bereich der Sportler und die Händlermeile miteinander verbunden hatte. Also hatten wir einen guten Blick zu den Spielen und  es auch nicht sehr weit  zu den Händlern wo man so Köstlichkeiten wie Haggis, Fudge und Whisky bekommen konnte.

Freitags war noch allgemeiner Aufbautag und nach der Ankunft und der Begrüßung ging es direkt weiter mit Zeltaufbau und Einrichtung. Ich war der einzige der an dem Freitag dort schon direkt übernachtet hatte. Nachdem alle Zelte schon mal standen, fuhren die MacGregors nach Hause und ich hatte freie Zeit und konnte es mir gemütlich machen. Ich suchte mir in dem Ort einen Supermarkt und ging mir Essen und Trinken einkaufen. Direkt neben meinem Zelt floss das Bächlein wo ich mit Steinen einen kleinen Damm gebaut hatte um meine Getränke darin Kalt zu stellen. Was für mich auch immer sehr wichtig war, ist eine gute Erreichbarkeit von Toiletten. Aber auch das hatte der Platz hier erfüllt. Mein Auto konnte ich auch in der Nähe der Wiese parken so dass ich innerhalb weniger Minuten dort sein konnte. 33Nun, was aber sollte ich nun tun? Ich habe mich in meinen Plaid gewickelt und hab mir so den Musiker angehört, der schon freitags auf der Bühne gespielt hatte. Er spielte eine Mischung aus Irish und Scottish Folk- Songs und auch ein paar selbst gedichtete Lieder. Seine Lieder gefielen mir sehr gut und ich habe mir das komplette Konzert noch angehört. Ich musste bei einem Lied noch auf die Bühne weil ich Pfeifen konnte und der Sänger nicht. J Auch fand ich es klasse, dass der Sänger zum Schluss noch einen aus dem Publikum hochgeholt hatte. Dieser hatte dann noch seine Mundharmonikas rausgenommen und beide haben gemeinsam spontan gespielt. Ein Hühne von einem Kerl der eigentlich Teilnehmer in der Heavy Weight- Klasse bei den Games  war und doch mit der Mundharmonika so gefühlvoll und gut spielen konnte. So verging der Abend schnell und ich wollte mich ins Bett verkriechen. Was ich nicht bedacht hatte war, das neben meinem Zelt ein Kühlwagen stand und die Lüftung die ganze Nacht lang lief. Da halfen auch nicht die Ohrstöpsel des MP3-Players. Also die erste Nacht kaum geschlafen. Morgens konnte ich mich noch für eine Stunde in mein Auto verkriechen um noch etwas Schlaf nachzuholen. Naja bekanntlich fängt der frühe Vogel die meisten Würmer. Da kaum noch ein anderer Wach war, konnte ich mich wenigstens Samstagsmorgens etwas an den Baumstämmen ausprobieren die die Teilnehmer auch benutzen. Den Frauenstamm bekam ich leicht hoch, der wog auch nur 22kg. Bei dem Männerstamm sah es da schon ganz anders aus. Da brauchte ich mehrere Versuche bis ich einen Überschlag geschafft hatte und selbst dann kam er nicht gerade auf. Dieser wog 38kg auf 4,10m Länge. Ich hatte ja zum Glück nicht als Sportler an den Games teilgenommen sondern gehörte zum Personal für den MacGregor Stand. Wir haben dort Infomaterial ausgelegt in dem sich der interessierte Besucher informieren konnte über den Clan und seiner Geschichte. Und da kam ich ins Spiel. Ich war quasi lebendiges Geschichtsbuch und hab mich in meiner historischen Jakobitergewandung dort hingestellt und mich quasi selbst erklärt.
Vom Programm her lief es an den Tagen wie folgt ab. Samstags, gab es die Mannschaftswettbewerbe bei den Games und den Pipe Contest. Sonntags gab es die Einzelsportler Disziplinen in drei Klassen. A-Heavys, B- Heavys und Masters. Die B-Heavys haben die leichteren Gewichte wohingegen die A-Heavys und die Masters die schwereren Gewichte hatten. Der Unterschied zwischen Masters und A-Heavys liegt auch nur beim Alter des Teilnehmers. Alle unter 40 Jahren sind A-Heavys und alle über 40 gehören zu dem Master. Die Frauen treten hingegen nur in einer Gewichtsklasse an.
99Nach einem knappen Frühstück ging es weiter mit Standaufbau. Nach und nach kamen die ersten Besucher. Samstag war schönes warmes und sonniges Wetter gewesen. Also viel Volk und viel schwitzen war angesagt. Hendrik und Angie, Mitglieder des Clans, hatten nebenan ihren Stand mit Schmuck und Kiltzubehör aufgebaut.  Dort half ich aus wenn mal Not am Mann war. Sonst haben wir die meiste Zeit des Samstages uns mit Besuchern unterhalten und haben Proben vom MacGregor Whisky und Cattlesalami angeboten. Zwischendurch marschierten die Pipebands den Hauptweg entlang und es wurde auf oder an der Hauptbühne immer was geboten. Entweder gab es Irish-Dance oder Ceilidh- Tänzer führten ihr Können vor. Und in der tanzlosen Zeit spielten auf der Bühne Musiker und unterhielten so das Volk. Samstagabend kamen die Sportler der MacGregors an um am Sonntag ihr Können zu zeigen. Es wurde noch gegrillt und an diesen Abend haben wir beim schlafen gehen den Stecker vom Kühlwagen gezogen umso besser schlafen zu können.
Doch leider fing es schon Sonntagsmorgens an zu regnen. Es kam ein ganzes Gewitter runter. Die Laune versank quasi im den Pfützen vor unserem Zelt. Der Regen hielt sich bis zur Mittagszeit an und viele Sportler sind schon abgereist ohne auch nur einen Baumstamm geworfen zu haben. Doch schlagartig wurde das Wetter besser. Die Sonne kam raus und es wurde richtig warm! Und es blieb trocken! So konnten die Heavys in ihren Disziplinen antreten und beweisen wer der Bessere war. Der Tag verging viel zu schnell und schon wurde es 18 Uhr und Abbauen war angesagt. Mit alle Mann ging das schnell und innerhalb weniger Stunden war alles verladen und Abfahrbereit. Herzlich waren die Verabschiedungen und zufrieden mit dem Wochenende fuhren alle gen Heimat.

Es war ein schönes Wochenende. Im Nachhinein war auch der Regen am Sonntag nicht schlecht. Wir haben viel gelacht und viele neue Menschen kennengelernt. Aber nächstes Jahr werde ich mich zu der Zeit nach Wuppertal begeben um mir dort die Games anzuschauen.