Silvester in Cork und das neue Jahr

Zu Silvester war ich wieder zurück in Irland und ich habe 2016 begonnen wie ich 2015 verlassen habe nüchtern und schlafend. Denn für mich gab es keinen Grund wach bleiben zu wollen. Ich hatte einen Tag vorher erfahren, dass es in Irland keine Feuerwerke gibt. Naja angeblich gibt es ein paar vereinzelte, kleine und vor allem illegale bei den Travellern (die einheimischen Nomade/Zigeuner) aber nichts offizielles, wie in jedem anderen zivilisierten europäischen Land. Die Iren sind seltsam. Ich hatte dann überlegt mir ein Auto zu mieten und hoch nach Belfast zu fahren, da das ja UK ist und dort gibt es ein Feuerwerk. Aber leider, war das zu kurzfristig und wäre auch zu teuer geworden. Dazu waren zu der Zeit einige Überflutungen in Irland. Also blieb es bei Cork an Silvester. Ich hatte die Chance zu einer Party in einem Club mit zu lauter Musik zu gehen und mich zu betrinken oder in irgendeinem Pub und mich zu betrinken, denn das Feuerwerk dann im Kopf ist das einzige was man hier bekommt. Aber beides hatte für mich so viel Reiz wie Fußpilz. Also habe ich mir was Nettes gekocht und ich habe einen Film geschaut. dann habe ich das Handy ausgestellt und bin ins Bett. Also das war mein erstes und letztes Silvester in Cork, ab sofort werde ich irgendwohin fliegen oder fahren.

Das neue Jahr habe ich dann sehr ruhig begonnen mit einem dreitägigen Wochenende ohne einen Plan was ich tun sollte, denn hier war mal wieder rein gar nichts los. Ich hatte mich nach Montag gesehnt, damit ich endlich zurück zur Arbeit und was tun konnte.

Bisher habe ich nicht viel unternommen, außer, dass ich mich an Sonntagen zu einem Large White Dark Chocolate Praline Mocha einlade. Ich gehe immer wieder spazieren, aber so langsam kenne ich alles was ich zu Fuß erreichen kann.

Am (16.01.2015) habe ich mich mit meiner Kollegin Tanja auf einen Kaffee getroffen, wir hatten zusammen hier angefangen. Wir haben uns ab und zu getroffen und gehen dann auch immer spazieren. Uns ist wieder aufgefallen, dass das Angebot von Kultur hier sehr klein ist. Als wir dann durch den Park der Uni (UCC) gegangen sind haben wir ein Gebäude gesehen, bei dem wir nicht wussten was es war, also sind wir hin. Es war die Glucksmann Gallery. Und dann viel mir wieder ein, das mir Lefre erzählt hat, dass dieses Gebäude in einem Bereich steht, der regelmäßig überflutet wird und in dem eigentlich gar nicht gebaut hätte werden dürfen. Seltsam, dass die doch die Genehmigung bekamen. Ein Schelm der Böses dabei denkt. Als wir dann in die Galerie gingen, das Gebäude selber ist schon gewoehnungsbedürftig, waren wir überrascht über die Hässlichkeit der „Kunst“. Ein Werk waren in Geschenkpapier verpackte Kartons. Die Ausstellung sollte was mit Shopping zu tun haben, Aber insgesamt war es nur hässlich und abstoßend. Würde ich auf eine Leinwand kotzen und es daneben hängen würde das den künstlerischen Wert im ganzen Gebäude vervielfachen. Das war die zweite von zwei Galerien hier, die mir dieses Gefühl vermittelt. Wir sind dann noch in die UCC gegangen, die einige schöne Gebäude hat aber die interessanten Sachen waren verschlossen, wie die Aula Maxima oder die Kapelle. Im Fitzgerald Park, unserer nächsten Station fühlten wir uns wegen einiger grölender Iren und weil er so heruntergekommen war eher unwohl. Dort sind wir dann aber noch ins Cork Public Museum gegangen. Das ist das einzige Museum hier bisher, dass ich nicht als reine Zeitverschwendung ansehe. Dort wird die Geschichte der Region von der Prähistorie bis heute dargestellt. Danach habe ich mich dann auch mal wieder auf den Weg nach Hause gemacht.

Mich wundert, wie diese Kulturwüste mal Kulturhauptstadt werden konnte. Und weiterhin verwundert es mich sehr, dass ich Newcastle jetzt sehr vermisse und das auch weil die Menschen der viel herzlicher, offener und angenehmer waren. Dazu gab es dort ein viel größeres und vor allem höherwertiges kulturelles Angebot.