News from Cork and the Rugby World Cup Final

Am Montag (19.10.2015) habe ich mir im Cork Opera House das National Theatre Live Screening von Hamlet mit Benedict Cumberbatch aus London angetan. Als ich ankam war ich sehr verwundert, dass das Publikum zu 80% aus pubertierenden Mädchen bestand. Vielen Dank dafür Cumberbatch. Dieses unerzogene Pack hatte dann auch nichts Besseres zu tun, als andauernd mit den mitgebrachten Chips Tüten zu rascheln und zu schmatzen. Ich bin niemand der sagt man geht ins Theater nur mit Abendgarderobe, aber einen minimalen Anstand verlange ich schon. Ich habe die Vorstellung dann nach einer Stunde verlassen, denn noch länger konnte ich mir die Vergewaltigung dieses Meisterwerks einfach nicht mehr antun. Benedict Cumberbatch war wie erwartet gut, aber man hat einfach gemerkt, dass alle anderen so um ihn herum positioniert worden wurden, damit er immer besser aussieht als alle anderen. Dazu sah die Szenerie fast durchgehend wie die Zweiter Weltkrieg War Rooms aus. For God’s Sake, England. Yes, you won the bloody war but that’s more thean 70 Years ago, come over it. Ich hatte vor vielen Jahren Hamlet schon mal im freien Aachener Theater K gesehen und war sehr beeindruckt und positiv angetan von dem Stücke. Aber das hier war eine durchgehende Beleidigung. Warum muss man heute unbedingt die ganzen Stücke in die Neuzeit verfrachten, lasst die doch einfach in der Zeit für die Sie geschrieben wurden. Zum Glücke hat das Ticket nur Zehn Euro gekostet, aber ich hätte mehr davon gehabt wenn ich den Schein verbrannt hätte, denn dann hätte ich für ein paar Sekunden meine Finger wärmen können.

In der Stadt hier ist ja immer was los, aber meistens ist es schlecht beworben. Jedoch hatten wir am letzten Wochenende (23.-26.10.2015) das Cork Jazz Festival .Es wurde meines Erachtens nur gut beworben, weil es von Guinness gesponsert wird und die wollen dann ja auch, dass die Leute dort hingehen und deren Produkte konsumieren. Dadurch war es dann so, dass in einigen Pubs zur Zeit des Festivals nur Diageo (denen gehört Guinness) Produkte konsumiert werden durften. Ich finde das sehr hart und denke, dass dieser Zwang eher konterproduktiv ist. Ich selber war in einigen Pubs und habe mir einiges angeschaut. leider habe ich die Band die mir am besten gefiel direkt am Anfang gesehen. Die Blues Brothers Banned. Die haben einige der Lieder aus dem Film gesungen aber auch vieles anderes und haben eine sehr lustige und unterhaltsame Show geliefert. Am Sonntag (24.10.2015) lief mir dann zufällig Lefre über den weg. Sie kam gerade von der Kirche in deren Chor Sie bei der lateinischen Messe singt. Sie hat mich dann gleich mitgenommen zu Ihrem Treffpunkt mit Eamonn und wir sind kurzer Hand ins Old Oak gegangen, wo ich mir mit Ihnen noch mal die Blues Brothers Band angeschaut habe. Danach haben wir noch im Oliver Plunket zu mittaggegessen bevor wir dann ein letztes Pint im An Bodhran getrunken haben. Als Sie mich dann mitnahmen auf ihrem Weg nach Hause, wir wohnen ja nur 4 Minuten voneinander entfernt haben wir uns noch für den Abend verabredet für ein kleines Tasting. Ich bin dann wieder mit ein paar meiner Schätzchen rüber und auch sie haben ihre rausgeholt und wir haben uns bei interessanten Gesprächen durch die verschiedenen Whsikies geschnuppert.

Am Montag (26.10.2015) war hier Feiertag, weshalb auch das Jazz Festival bis zum Montag ging, aber ich musste leider arbeiten. Wobei das Gute ist, ich bekomme diesen Feiertag als frei wählbaren Urlaubstag gut geschrieben und das finde ich schon sehr angenehm. Es ist interessant, dass das als Jazz Festival deklariert wird, denn Jazz spielen hier die wenigsten. Aber darüber bin ich sehr froh, denn Jazz ist nicht wirklich meins. Es wurde viel Blues gespielt jedoch auch viel Musik, die mit Jazz oder Blues aber auch rein gar nichts zu tun hatte. Trotzdem war es ein tolles Wochenende mit guter Musik und einer sehr angenehmen Stimmung.

Am Samstag (31.10.2015) war hier eine Große Halloween Stimmung. Auch kein Wunder, da das Fest ja von hier kommen soll. Es soll sogar ein Halloween Parade gegeben haben, aber die habe ich anscheinend erfolgreich verpasst. Wieder mal ein tolles Ereignis was durch fehlende Werbung kaum jemand mitbekommt. Schade eigentlich. Ich selber bin aber sowieso zu unserem Internations treffen gegangen, dass dieses Mal schon um 15:30 begann. Es begann so früh weil es nicht nur Halloween sondern auch das Rugby World Cup Finale beinhaltete, welches um 16:00 begann. Es war Neuseeland gegen Australien. Zwei Weltmeister mit je zwei Titeln. Es ging jetzt darum wer von beiden wird die erste Mannschaft mit drei Titeln. Ich war ganz klar für die All Blacks aus Neuseeland, denn nachdem was beim Spiel Australien vs. Schottland passiert ist sind die Australier bei mir unten durch. Dazu mag ich den Stil der Australier nicht allzu gern, denn das was Ihnen an Technik fehlt versuchen Sie mit übertriebener Brutalität wettzumachen. Das Spiel war sehr aufregend und interessant. Neuseeland ging schnell mit drei Punkten in Führung, doch der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Die Neuseeländer machten leider über das ganze Spiel einige unnötige Fehler wodurch die Australier immer wieder an den Ball kamen. Zwischenzeitlich sind die All Blacks gut wegezogen und es stand 21:3 doch die Australier haben in der zweiten Hälfet noch mal einige Gänge hochgeschaltet und als dann auch noch ein Neuseeländer für 10 Minuten in die Sin Bin musste stand es ganz schnell 21:17. Ich kann euch sagen ich hatte einen Puls von 300. Doch als die Neuseeländer wieder komplett waren und es zum Ende des Spiels ging zeigte sich mal wieder die wahre Qualität der All Blacks. Einen ganz tollen Try hat Barret mit der Nummer 22 gelegt. Er sah plötzlich eine Lücke in der gegnerischen Verteidigungslinie und brach durch. Er wurde von zwei Australiern verfolgt und damit sie ihn nicht tackleten kickte er den Ball nach vorne als er den springend rollenden Ball einholte hatte er die Verfolger noch nicht abgeschüttelt und kickte den Ball noch ein Stück weiter. Und dann gab er aber auch Fersengeld. Als er den Ball wieder erreichte hatte er das Große Glück, dass er einen guten Vorsprung erzielt hatte und dass der Ball ihm genau in die Hände sprang. Er erreichte die Dropzone sicher und legte den Ball mittig ab. Weitere 5 Punkte. Warum mittig fragt Ihr? Nach jedem Try gibt es eine Conversion. Das ist ein Kick zwischen die Torstangen, der noch einmal 2 Punkte bringt. Wenn man trifft. Je mittiger der Ball beim Try abgelegt wird umso leichter ist der Conversion Kick, weil dieser dann auch mittig ausgeführt wird. Der Kicker der All Blacks war Dan Carter, der auch Man of the Match wurde. Zum Ende gewannen die All Blacks wohl verdient mit 34:17 ihren dritten Weltmeistertitel. Sie verzeichneten damit 3 Erfolge auf einmal: 1. Sie haben damit den ersten Titel außerhalb ihrer Heimat gewonnen. 2. Sie sind die erste Mannschaft mit drei Titeln. 3. Sie sind die erste Mannschaft, der eine Titelverteidigung gelungen ist. Dazu ist Richie McCaw der erste Kapitän der All Blacks der zwei Titel hat. Er ist ein grandioser Spieler und hat als nur einer von 6 All Blacks über 100 Länderspiele für sein Land gemacht.

Was bei der Siegerehrung toll war ist, dass sie sehr respektvoll abgehalten wurde. Der Kapitän bekam den Pokal und er hielt Ihn hoch, dann jubelten alle. Danach durfte Dan Carter ihn mit Richie McCaw zusammen halten und dann der Kapitän alleine. Später wurde er dann in die Mannschaft weitergegeben. Und nicht wie beim Fußball wo Lahm den nicht mal zwei Sekunden in der Hand hatte und der ihm dann direkt entrissen wird. Es gibt einen guten Spruch dazu im englischen: Rugby, a game for hooligans played by gentlemen instead of football a game for gentlemen played by hooligans. Der Respekt beim Rugby ist eine sehr bewundernswerte Sache, auf dem Spielfeld geht es sehr hart zu, aber sofort nach dem Abpfiff ist das vergessen, man schüttelt des Gegners Hände umarmt einander in seltenen Fällen und zollt einander Respekt in der Klatschgasse.

Heute Morgen (01.11.2015) habe ich mir im O’Conaills Chocolate Shop wieder einen Large White Dark Chocolte Praline Mocha gegönnt. Das ist zu meinem Sonntagsritual geworden. Ich mag den Laden, so langsam kennt man mich hier auch und man weiß schon was ich bestelle.